#webseidank #Blogparade – Was das Netz mir Gutes gebracht hat

Ohne das WWW hätte ich nicht diesen Job. Ohne Internet würde ich nicht die vielen Menschen kennen, die ich im Netz kennen gelernt habe. Als ich über meine Berufswahl nachdachte, hatte ich keine Ahnung, dass ich mal durch und durch digitalisiert bin.

Seit fast 20 Jahren bin ich nun schon beruflich mit dem Internet verbunden, denke manchmal an die Zeiten von Modem und AOL zurück und freue mich darüber, wie die Entwicklung voran gegangen ist und wir alle ständig dazu lernen dürfen.
Heute ist man ja auch nicht mehr der Außenseiter, der „irgendwas in diesem Internet“ macht, wahrscheinlich Websites programmieren, was sonst. Das Internet gehört zum Leben.

Web 2.0 schafft Nähe

10 Jahre ist es bereits her, dass wir über den Begriff Web 2.0 geredet haben, dass es echte Communities gibt, obwohl ich Newsrooms seinerzeit auch schon als Austausch empfand, denn es gab auch da schon Foren für alles und jeden.
Ich habe ungefähr 2006 mit dem Bloggen angefangen. Mein erstes Blog „Der alltägliche Wahnsinn“ hat mir Spaß gemacht, es waren Geschichten und Erlebtes von mir. In der Zeit habe ich einige Blogger kennen gelernt. Man hat sich darüber gefreut, dass die Blogroll wächst, sich gegenseitig Stöckchen zugeschmissen und das Leben der anderen mitbekommen. So sind damals erste Freundschaften zu Menschen entstanden, die ich niemals auf anderem Weg kennen gelernt hätte. In diesem Jahr bin ich vom Online-Marketing zum Community-Management gewechselt

Twitter und Facebook

Community Manager gab es zu der Zeit nicht viele. Auf der Suche nach Gleichgesinnten, habe ich als erste Linda Konter kennen gelernt, die Community Managerin bei Unicum war. Wir sollten einige Jahre später Kolleginnen werden, was wir damals nicht ahnen konnten. Zum Glück gibt es das Web.🙂
Twitter war das soziale Netzwerk was ich bereits vor Facebook genutzt habe, zu Facebook kam ich erst 2009.
Die ersten Facebooker mit denen ich mich befreundet habe, waren Freunde, die ich Anfang der 90er Jahre in Neuseeland sucht habe und zu denen ich komplett den Kontakt verloren habe. So findet man sich wieder und das viele Jahre später und tausende von Meilen voneinander entfernt und bis heute virtuell in Kontakt.

Communities, Barcamps und Digiheads

Durch den Job, habe ich mehr Community Manager kennen gelernt. Das war die Geburt des BVCM. Danke vielmals bis heute an die Gründungsmitglieder: Tom Nöding, Marc Ralea, Silke Schippmann, Daniel Langwasser und Linda Konter.
Auf einmal bekamen die Internet-Menschen Gesichter. Wir trafen uns, tauschten uns aus und hatten Spaß. Besonders das Community Camp in Berlin wurde zum Ort der Begegnung, zum Klassentreffen. Bis heute.
In den vielen folgenden Jahren habe ich zahlreiche Barcamps und die Republica erlebt und dabei ganz viele Menschen kennen gelernt. Es sind Freundschaften entstanden, die ich nicht missen möchte.
Was mir besonders am Herzen liegt, ist immer noch das von Sandra Schink initiierte Projekt „Digiheads“ . So viel Spaß, so tolle Menschen und für mich so nachhaltig, ich bin sicher, daraus wird noch mehr.

In Freud und Leid

Wir alle wissen, dass es  auch die Kehrseite der Medaille gibt. Besonders wenn man als Community Manager tätig. Irgendwann kommt vermutlich jeder in diesem Job an den Punkt, an dem man nicht mehr neutral sein kann.
Wenn die Haut dünn wird, wird man angreifbar, Gedanken, die sich in den Kopf schieben, die Dich selbst erschrecken. Denn keiner ist ständig stabil und ausgeglichen. Wenn dann der Frust und die Grübelei nicht mehr aufhört, wenn Dein Job Dein Leben bestimmt, dann wird es Zeit….
So ging es mir eines Tages auch, ich bin eine Weile ausgestiegen und habe dann beschlossen diesen Job zu kündigen. Die beste Entscheidung, die ich machen konnte. Ich habe dann als Social Media Consultant zusammen mit Linda bei der Douglas Holding gearbeitet, eine großartige Zeit.

Bis heute arbeite nicht mehr am „offenen Community-Herzen“ und bin froh darüber. Dennoch hilft genau dieser harte Weg zu verstehen, wie Communtiies ticken und nur so kannst Du auch das Thema Social Media behandeln. Ohne die Praxis bleibt es eben immer nur Theorie.

Zeigst du wirklich, wie Du bist?

Es passiert aber heute noch, dass mich Ereignisse mitnehmen, betroffen machen, die mich mitleiden lassen. Denn je enger man vernetzt ist, umso mehr bekommt man mit, was die Menschen im eigenen Netzwerk tun, wie sie denken und ticken, velleicht nur ansatzweise. Wie echt das ist, wissen wir nicht voneinander.

Gerade in den letzten Tagen habe ich erlebt, wie eng meine Netzfreunde zusammenrücken, wie verständnisvoll und mitleidend man sich unterhält, miteinander chattet und einfach füreinander da ist. Danke an die, mit denen ich meine Gedanken teilen konnte. Die, die es lesen, wissen wer gemeint ist.

#webseidank – ohne das Web würden meine Gedanken viele Bücher füllen, die keiner lesen würde.

Dieser Beitrag entstand aufgrund der Initiative von Annette und Thomas von unserleben.digital 
Ich bin gerne dabei und freue mich auf spannende weitere Möglichkeiten, die das Web bietet.
In Erinnerung an Johannes Korten: „Das Netz ist ein guter Ort“ wenn man es gemeinsam dazu macht.  #webseidank

Das DJV-Journalistencamp in Köln

Am 2. Juli 2016 fand in der HMKW in Köln das Journalistencamp 2016 statt. Ein Format, das den meisten Journalisten nicht sehr geläufig sein dürfte. Darum umso spannender zu sehen, wer sich auf den Weg nach Köln gemacht hat. 

Der DJV hat als Thema Digitalisierung in der Medienbranche ausgesucht, darum ist ein Barcamp aus meiner Sicht auch das geeignete Format. Auch bei der Location hat sich der DJV Gedanken gemacht und diese gut gewählt.

Um 9:00 Uhr standen wir also an der Anmeldung. Wie bei jedem Barcamp wurde Dein Name auf einer Liste abgehakt und es gab ein Namensschild. Lustigerweise nur der Nachname, für jeden Teilnehmer gab es eine DJV-Tasse (Der Journalist die eierlegende Wollmilchsau) auf der ebenfalls ein Schildchen mit dem Nachnamen aufgeklebt war.

 

Das ist ungewöhnlich, denn auf Barcamps duzt man sich und wichtiger als der Nachname ist eigentlich das Twitter-Handle. Nun gut, es ist ja das erste Mal.

Es stand ein reichhaltiges und gutes Frühstück bereit. Croissants, Laugenbrezeln und Muffins, Tee, Kaffee, Säfte und Wasser. Selbst Soja-Milch stand zur Verfügung. So ließ es sich schon mal gut netzwerken, quatschen, Bekannte treffen und sich mit der Umgebung vertraut machen.

Nenne mir drei Hashtags..

Die Vorstellungsrunde lief in Barcamp Manier ab, drei Hashtags, Name, Twitter fertig. Es war nicht überraschend, dass es viele Kollegen gab, die zum ersten Mal ein Barcamp besuchten und sich damit noch nicht so recht anfreunden konnten. Wenn es dann Journalisten sind, die gerne ausschweifen, können die Hashtags auch schon mal länger werden.
Der Moderator (dessen Namen ich leider vergessen habe) erwähnte dann bei seiner Vorstellung, dass man sich ja bei einem Barcamp duzt, für alle Neulinge. Großes Gelächter bei den alten Hasen, die das Namensschild auch belustigend fanden. Aber egal. Sowas passiert eben.

 

Sessions noch und nöcher

Die Sessionplanung lief glatt und mit vielen spannenden Themen. Da war der nette Timo Stoppacher (@CGNTimo) mit seiner superhilfreichen WordPress-Session.
Es wurde über Evernote, Google und Social Buzz geredet. Aber auch typische Themen, die insbesondere für freie Journalisten spannend waren, wurden behandelt. Die KSK, Snapchat in einer Zeitungsredaktion, Honorare und natürlich Selbstmarketing.
Die Sabine von ferngeweht hat erzählt, wie man mit Blogs Geld verdienen kann. Spannende Session.

Googlen wie die NSA

Die Kunst der Recherche ist ein Thema, dass alle Journalisten immer wieder bewegt. Aber wie kann ich aus Google mehr herausbekommen als andere? Welche Suchmaschinen gibt es noch und viele andere spannende Fragen hat Hektor Haarkötter (@Medienhektor) den interessieren Teilnehmern nahe gebracht.

Um auch das noch einmal zu erwähnen: Das Mittagessen fand ich auch gut.

Herzlichen Dank an die Sponsoren und vor allem an die Organisatorinnen:
Ute Korinth  und  Christina Quast   Ich freue mich auf DJVCamp17

Mehr zum Thema:
Fit für Journalismus 

Hermes Versand? Ganz schlecht..

Am 14. Juni 2016 habe ich drei Teile bei Amazon bestellt, die mit Hermes versendet werden sollten. Das erste Teil war bereits am Freitag bei mir, also richtig schnell. Die beiden anderen Artikel sollten am Montag eintreffen. Ich habe den Sendungsverlauf überprüft und konnte sehen, dass sich die beiden Teile in der Zustellung befinden. Also kann es ja nicht mehr lange dauern.

Fehlanzeige: Das Päckchen konnte angeblich nicht zugestellt werden?! Anmerkung: Ich habe das zu meiner Arbeitsstelle, ein großes Medienhaus, bestellt. Es handelte sich unter anderem um eine externe Festplatte, die ich dringend brauche, weil ich Daten sichern muss. Damit es schnell geht, habe ich diese bei Amazon bestellt.
Nachfrage über Twitter: Wieso nicht zugestellt? Antwort: Können wir uns nicht erklären, morgen klappt es sicherlich.

Hermes Sendungsverfolgung_2016-06-22_16-23-52

Dienstag: Ich warte – Artikel befindet sich in der Zustellung, ebenfalls wieder seit vormittags. Nachmittags die gleiche Meldung: Konnte nicht zugestellt werden. Auf Nachfrage bei der Poststelle wurde mir gesagt, dass die Kollegen immer dort sind, also während der normalen Arbeitszeiten. Geht ja auch nicht anders, denn hier kommt schon mal was an.

Erneute Nachfrage über Twitter: Dass Zustellversuche fehlschlagen, ist Tagesgeschäft. Die besonderen Umstände in Deinem Fall sind aus den ’normalen‘ Sendungsstatus nicht auszulesen. Ich hoffe sehr, dass es heute noch klappt

Das hoffte ich auch, aber leider war die Hoffnung vergebens. Dabei verspricht Hermes:

Bei jedem Versuch erhält der Kunde eine Benachrichtigungskarte. Nach dem dritten erfolglosen Zustellversuch wird auf der Karte kein weiterer Zustelltermin angekündigt.

Um eine Karte zu bekommen, müsste der Bote in die Poststelle gehen und dort die Karte abgeben, da es keine Karte gibt, war auch kein Bote da. Wäre er da gewesen, hätte er auch direkt das Päckchen abgeben können. Also zweimal? Klingt sehr unlogisch. Ich kann also noch nicht einmal feststellen, wann der Bote angeblich da gewesen ist?

Was wieder nicht kam, war das Päckchen, dieses Mal: Adresse nicht gefunden?!
17:18 Der Transportdienstleister kann die Adresse nicht ausfindig machencEssen, DE

Wir sind ein Medienhaus, was unübersehbar drei Straßenzüge einnimmt. Dazu das Social Media Team auf Twitter:

„Adresse nicht gefunden“ ist jetzt natürlich der Gipfel. Aber Du schreibst es gerade selber: „Ist noch NIE passiert in all den. Jahren“, also einer dieser blöden „bedauerlichen Einzelfälle“…Keine Ahnung, was diesen Boten gerade reitet, aber Druck haben wir bereits aufgebaut.

Ich bin dem Social Media Team sehr auf die Nerven gegangen mit meinen klugscheißerischen Fragen, aber ich verstehe nicht, warum man ihm Jahr 2016 nicht besser kommunizieren kann, z.B. mit dem Fahrer?

Man fragt mich nach meiner Mobil-Nummer, um bei Problemen zu smsen (haha), allerdings ist 3-malige Nichtzustellung wohl kein Problem? Sagt jedenfalls Hermes.

Jetzt habe ich die Nase sowas von voll: Zurück mit dem Mist. Und sehen, wo ich Ersatz her bekomme. Ich finde einfach die Art und Weise unverschämt. Haben die Zusteller es denn gar nicht mehr nötig?

Also, liebe Hermes Leute, überdenkt noch einmal Euren Service bzw. überprüft Eure Boten.
Übrigens: Lob an das Social Media Team, die auch nicht helfen konnten, aber immerhin zügige Antworten gegeben haben.

 

Udo Lindenberg ist 70

Uo Lindenberg, den kenn ich schon seit den 70er Jahren, denn er war es, der deutschen Rock zuerst hörbar gemacht hat. Ich hatte sogar einen Starschnitt aus der Bravo von ihm an meiner Jugendzimmerwand. All die Jahre hindurch, wenn ich traurig war, warst Du immer für mich da….

Viele Konzerte habe ich gesehen, alle Songs kannte ich auswendig, die Kassetten in meinem Käfer hab ich rauf und runter gedudelt mit Udo-Songs.
Wie habe ich das Album „Daumen im Wind“ geliebt Sehnsuchtsvolle Lieder voller Hoffnung, ein Roadmovie für die Ohren. Tausendmal habe ich mich gefragt, wie es wohl Betty damit geht, wenn Du mal wieder an der Autobahn stehst. Und trotzdem habe ich Dich verstanden, die Sehnsucht in die Ferne.

Ich möcht‘ auch gerne mal nach Afrika
und mit den Urwaldnegern trommeln
ich möchte mal ’nen Medizinmann fragen:
wie viele böse Geister kann er denn wohl verjagen?

Du hast mich mitgenommen, auf die Reisen in die weite Welt, nach Jamaika mit Reggae Maggie, in den amerikanischen Traum nach Boston, New York  und Baltimore.

Mit dem Panikorchester hast Du die Bühne gerockt, dass die Andrea Doria gewackelt hat.Eine einzigartige Inszenierung mit Menschen wie Elli Pirelli und Votan Wahnwitz. Fantastisch war das. Mehr als nur ein Konzert.

Kriege, Sonderzüge und die ganz große Frage nach dem Sinn des Lebens..

Wozu sind Kriege da? Diese Frage hast Du Dir gestellt und ein Kind singen lassen. Auch wenn Du meist den coolen Udo mimst, so bist Du doch scheinbar ein Rocker mit Herz. Einer, mit dem nach Las Vegas reiten und die Sonne putzen kann.

Deine Songs haben mich begleitet, nicht ganz bis heute, aber viele Jahrzehnte lang. „Airport“ ist unangefochten mein Lieblingslied, aus Gründen.
Mit manchen Songs kann ich nichts anfangen, die gehen an mir vorbei. Ich will auch kein Musical sehen, das „Hinter dem Horizont“ heißt. Denn all die Songs, die dort gespielt werden, verbinde ich völlig anders.

Hallöchen, mit Udo in die USA….

Durch die Hommage an Dich von Benjamin Stuckrad-Barre ist mir mal wieder klar geworden, dass Du doch irgendwie immer da warst.

Wie dem auch sei, Du bist jetzt 6 Jahre über 64 – hast immer noch keinen riesigen Bauch und auch kein Doppelkinn. Und ja, ich liebe Dich doch immer noch, oder wieder oder wie auch immer.
Alles Gute zum 70.sten (unfassbar) lieber Udo – und wenn wir uns jemals über den Weg laufen sollten, lass uns einen zusammen trinken!

Mehr dazu:
Odyssee mit Udo

 

 

 

Die Republica 2016 rpTEN in Berlin

RpTEN bedeutet 9 Jahre Republica. Und nie war sie so voll wie in diesem Jahr. Mehr als 8000 Besucher schoben sich 3 Tage lang durch die vielen Hallen der Station am Gleisdreieck in Berlin. Bei der Fülle der Sessions war es gar nicht so einfach, das geeignete Panel zu finden. Gefühlt ging es allen anderen ebenso und so stand man viel zu oft vor bereits vorher überfüllten Räumen, die alternative Session war oft ebenso besetzt. Glücklicherweise spielte das Wetter mit und im Innenhof zu netzwerken ist mindestens genauso spannend.

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Trotzdem schade, wenn die Tweets aus den Vorträgen vielversprechend klingen. #rpTen

Das Motto der diesjährigen Veranstaltung war clever durchdacht: Selbstreflektion.
RpTEN – im Spiegel gelesen NET. Spiegel gab es reichlich. Spiegelnde Namens-Badges, Spiegelnde Ballons und ein Spionagespiegel im Cube auf dem Hof. Soviel zur Location, die einfach nur wie gemacht ist für dieses Mega-Event.

Jonny, Tanja und Markus sind die Gesichter der re:publica. Zur Eröffnung standen sie auf der Stage 1 und schienen selbst überwältigt von den vielen, vielen Menschen die dort saßen. 10 Jahre Re:publica – Wahnsinn… 

Von kleinen Gesprächen in der Networking Area, den Lightning Talks, bis hin zu ganz großem Kino auf der Stage 1 war alles dabei. Einer der absoluten Zugpferde ist Gunter Dücks, der in diesem Jahr mit seinem Cargo-Kult mal wieder den Finger in die Wunde und die Management Methoden der meisten Unternehmen Ad absurdum geführt hat. „Wenn Firmen etwas besonderes schlecht können, lassen Sie es auf Tassen drucken. Team Innovation! und so weiter..

Leider sind nicht die, die sich ertappt fühlen sollten anwesend. Die müssen ja regieren und haben für diesen Internet Quatsch keine Zeit.

Snapchat, VR und Hate Speech

Ganz großes Thema 2016: Hate Speech, Community Management, VR an jeder Ecke und vor allem Snapchat. Auf der letzten Republica noch als Teenager Netzwerk von den „alten Hasen“ belächelt, rannten sie in diesem Jahr zu jeder Session, die im Zeichen des Geistes stand. Angestrengt ins Smartphone starrend, drücken und wischen sie auf dem Display herum um dann verzweifelt zu fragen: „wer kann das denn jetzt sehen und wie lange?“ Tja, alles nicht so einfach in der Welt der Teenager. Die im übrigen genau das nicht wollen: Ü 30 bitte bei Facebook und Twitter bleiben.

Jedenfalls war Snapchat das Wort, dass ich am meisten gehört habe. Und meine Freundesliste hat sich mit all den Newbies verdoppelt. Ich habe mit Snapchat Experte Richard Gutjahr drüber geredet. Snapchat ist wie eine Daily Soap meint er, genauso empfinde ich auch. Das Leben der anderen, flüchtig gestreift für 1-10 Sekunden, sichtbar für max. 24 Stunden, vergänglich und verspielt. Hier gibt es eine Anleitung.

Wie geht ein Community Manager mit den Anfeindungen im Social Web um? Belastet ein Shitstorm? Nimmt man das mit nach Hause? Als BVCM Mitglied habe ich über dieses Thema sowohl mit dem NDR gesprochen als auch mit den Leuten von ZDF NEO, die sowohl eine Shitstorm- als auch eine Candystorm  Box aufgestellt haben und die Besucher nach ihren Gefühlen gefragt haben, wenn sie die Boxen verlassen haben. Wer den Berufswunsch Community Manager hat, dem empfehle ich die Shitstorm Box.

VR – die virtuelle Realität und Arbeit 4.0

Einmal über einen Vulkan fliegen, mitten im mittelalterlichen Indien sein oder auf der Super-Welle vor Tahiti surfen. Mit VR ist alles möglich. Da saßen wir also mit den Brillen im Gesicht, abgetaucht in andere Welten. Staunend, erschrocken oder einfach nur völlig selbstvergessen. Wer das noch nie probiert hat, sollte es mal tun.

vrbrille

Arbeit 4.0, künstliche Intelligenz und der Wandel in der Arbeitswelt waren gut besuchte Themen. Werden Roboter unsere Arbeit übernehmen? Und wenn ja, was können sie? Sind Büros noch zeitgemäß? Wer arbeitet noch 9 to 5? Worauf müssen Unternehmen sich einstellen? Bei Microsoft wird der Chef demokratisch gewählt und heißt Peoplemanager.  Und dabei zählen soft Skills wie Gerechtigkeit und Empathie. Vielleicht bald ein Ende der Amigo-Job-nach-Nase-Vergeber? Ich hoffe ich erlebe es noch.

Nicola Peschke:

Datenjournalismus, Algorithmen, Crowdsourcing, SEO, Social Buzz und viele Tools, mit denen sich Journalisten auseinander setzen sollten

Max  Bönke von der Berliner Morgenpost zeigte wie es geht. Aus vielen Gesprächen mit Journalisten der alten Schule weiß ich aber, dass man dafür „nicht auch noch Zeit hat“. Empörte Reaktionen, Ablehnung und nicht haltbare Argumente fördern das Unwohlsein. Wenn dann noch Instant Artikels von Facebook und AMP von Google ins Verlagsgeschäft eingreifen sinkt die Laune. Vielleicht sind es doch die Androiden, die den Journalismus der Zukunft einfach neu erfinden?

Ich glaube innerhalb der nächste 5 Jahre wird es radikale Änderungen geben und ein eisiger Wind in die Gesichter der Medienwandel-Verweigerer blasen. Wenn dann der bisherige Unterstützer einfach abgewählt wurde, sollte man seine Anti-Haltung noch einmal überdenken.

Contet-Marketing, Schleichwerbung, Fotorechte, Urheberrechte, Ethik vs. Reichweite  – was man alles wissen sollte. Hier rauchen Köpfe und prallen Meinungen aufeinander. Eine interessante Session: Die Macht der Bilder. Julian Reichelt zeigt teilweise erschütternde Fotos und es wird darüber diskutiert, wo die Grenze ist. Wie abgestumpft sind wir? Auch das macht nachdenklich

Input,Input, Input, dazwischen gute Gespräche, Whiskytasting und Freubier, Abendveranstaltungen mit Freunden, Sonne und verrückte Fotos.
Einfach mal abschalten, trotzdem weiter diskutieren, snapchatten, twittern und Fachgespräche führen. Wenn du digital bist, verschwimmen Freizeit und Job und keiner findet das schlimm. Beim Klassentreffen fühlen wir uns zuhause.

The Age of Trotzdem

Sascha Lobo redet zur Lage der Nation und hält einer flammende Rede, die er das „Age of Trotzdem“ nennt. Er fordert uns alle auf endlich zu handeln und den Optimismus zu behalten und zwar Trotzdem. Trotz dem!

Edward Snowden auf der Stage 5: Overcapacity – das las man ja leider öfter. Natürlich war er nicht live dort, aber live zugeschaltet aus Moskau, ich hatte leider keine Chance.

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Ruckzuck sind drei spannende Tage vorbei und wir sitzen wieder in der Stage 1 und staunen über diese Zahlen: 17 Bühnen, 400 Stunden Programm, 500 Sessions, 1000 Einreichungen davon 350 Programm. Ältester Speaker 73, jüngste Speakerin 11, 20.000 Leute im Live-Stream und jede Menge Social Buzz.

Jonny, Tanja und Markus halten ein begeistertes Abschluss Plädoyer für die RpTEN und haben bereits für Oktober 2016 eine rpDUB geplant. Die Klasse reist nach Irland und versucht das Format in Dublin zu etablieren. Ich wünsche viel Glück. Nach dem obligatorischen Abschlusssong Bohemien Rhapsodie ist man sich einig: im nächsten Mai sind wir hoffentlich alle wieder da.
Zum Abschluss der Veranstaltung wurde noch ordentlich getanzt und gelacht. Trotzdem!

Das Barcamp Ruhr in Essen

Und schon ist es wieder vorbei, das Barcamp Ruhr. Es fand am Wochenende traditionell im Unperfekthaus in Essen statt, eine Location, die begeistert. Obwohl wir alle unter dem #bcruhr9 getwittert haben, war es in Wirklichkeit erst das 8. Barcamp, denn in einem Jahr fiel es leider aus. 
Der Wintergarten im Unperfekthaus war am Samstag um 10 Uhr rappelvoll und nach der Vorstellungsrunde konnten dann auch endlich die Sessions starten, allerdings erst ab 12 Uhr. Dennoch gab es wieder mal viele spannende Session-Vorschläge und die Entscheidung, wohin ich gehe fiel mir, wie immer, nicht leicht.

 

Mein Kollege der Jens Steinmann, hat sein erstes BarCamp erlebt. musste ins kalte Wasser springen und die erste Session seines Lebens geben. Sein Thema war: Communtiy-Manager, ich bin ein Newbie. Er hat darüber berichtet, was er in den ersten Wochen seines neuen Jobs erleben durfte.

Lars Hahn, bekannt für systemisches Kaffeetrinken, zeigte in seiner Session, wie ein gut gepflegtes Profil bei der weiteren Karriere nutzen kann. Alle mal ihre Profil überprüft, besonders das von XING und Linkedin.

Und auch die liebe Daniela, von Blogger ABC, hat aus dem Nähkästchen geplaudert und erzählt, wie das Bloggen ihr zu einem Job verholfen hat.

Ob Crowdfunding, Snapchat, Urlaub auf dem Hausboot oder Aluhut, kein Thema blieb unberührt. Man sah die Teilnehmer hektisch hin- und herflitzen und verzweifelt nach Räumen suchen.

Das passiert allerdings nur beim ersten Mal im Unperfekthaus. Alte Hasen kennen sich mittlerweile aus.

Wenn dann gar nichts mehr geht, trifft man sich im Restaurant. Das Essen ist einfach fantastisch, egal ob Frühstück oder Lunch. So sah man sie schlemmen und schwärmen.

Sponsoren sei Dank

Ohne Sponsoring läuft kein Barcamp. So waren es denen auch in diesem Jahr zu verdanken, dass wir alle bestens versorgt waren.

Der Lokalkompass war ebenfalls Sponsor. Wir haben unsere Artikel gestreut und hoffen, sie haben gute Besitzer gefunden.

Lokalkompass als Sponsor

Nützliches zum Barcamp

 

Alle auf einem Blick. – Sponsoren sei Dank!

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Sponsoring Plakat

Am Montag ist man immer noch ganz erfüllt von den vielen Eindrücken, den netten Mitstreitern, dem tollen Essen und den vielen spannenden Sessions.
Danke an die Organisatoren Berthold und Mike. Wir freuen uns schon auf das nächste Barcamp #bcruhr10

Mehr zum Thema:
Alle Beiträge und Berichte:
http://www.barcamp.ruhr/bcruhr9/infos/berichte-und-artikel

 

How to use Snapchat?

Snapchat wurde 2011 von Robert Murphy und Evan Spiegel in Kalifornien gegründet und ist momentan eine der erfolgreichsten Apps in der Social Media Welt. Es handelt sich um einen Messenger mit dem Fotos, Videos und auch Texte direkt an Personen übermittelt werden können und zwar ausschließlich mobil. Die Snaps können zwischen einer und 10 Sekunden angeschaut werden. Das bestimmt der Nutzer. Bilder und Videos spielen die größte Rolle. Man teilt Momente mit Freunden privat oder mit allen Freunden und die Bilder werden innerhalb von 24 Stunden gelöscht, das macht die App so einmalig. Zumindest in den Anfängen hat genau das Snapchat in den Verruf gebracht, für Sexting genutzt zu werden. Inzwischen ist die App erwachsen geworden.

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Malwerkzeug (Grafik: Snapchat Pressekit)

Wie funktioniert Snapchat?

Die App ist nicht selbsterklärend. Man muss schon ein wenig herumprobieren um sie zu verstehen.

1. Beim Öffnen von Snapchat wird sofort die Kamera aktiviert, die sich auf die Frontkamera umstellen lässt, indem man rechts oben tippt.

2. In der Mitte befindet sich das Symbol des Snapchat Geistes. Wird dieser angetippt, öffnet sich das eigene Profil.

3. Oben links ist der Blitz, der der bei Bedarf aktiviert werden kann. Unten links befindet sich die Inbox, hier werden Nachrichten von Freunden und Bekannte abgelegt.

4. Der Button unten rechts öffnet die Snapchat Stories Deiner Freunde und Deine eigenen.

5. Mit dem mittleren Button bedient man den Auslöser für ein Foto oder hält ihn für ein Video gedrückt, maximal jedoch 10 Sekunden.

6. Es gibt die Option, ein Video oder ein Foto zu erstellen. Das Video kann bis zu 10 Sekunden lang sein.

7. Um ein Foto zu machen, drückt man im Fotomodus einmal auf den Aufnahmebutton. Jetzt kann man auswählen, wie lange das Foto sichtbar bleiben soll (1-10 Sekunden).

8. Das Foto kann bearbeitet werden, indem man über den Bildschirm nach rechts oder links wischt. Es legen sich Visual Filter darüber oder das Foto kann monochrom dargestellt werden. Es ist möglich einzublenden, wie hoch die Temperatur ist, die Uhrzeit und die km/h, falls man läuft oder fährt. Mit einem Malstift kann zusätzlich kreativ gestaltet werden.

9. Videos funktionieren ähnlich, nur dass der Aufnahmebutton permanent gedrückt werden muss, bis zu 10 Sekunden. Das Video lässt sich ebenfalls bearbeiten. Uhrzeit, km/h und Temperatur können eingeblendet werden, ebenso Filter, die das Video verändern. Das Video kann schnell abgespielt werden, in zwei verschiedenen Geschwindigkeiten und sogar rückwärts. Das alles lässt sich auch miteinander kombinieren. Also z.B. Filter, Geschwindigkeit und Uhrzeit.

10. Um in diese Bereiche zu navigieren, muss man mit dem Finger nach links, rechts oder von oben nach unten swipen.

11. Eine Chat-Funktion gibt es auch. Man kann jedem Nutzer zu jedem Snap eine Nachricht schreiben und er kann antworten. Der Chat bleibt privat.

12. Als besonderes Gadget gibt es sogenannte „Lenses“ mit denen man Selfies verändert. Dazu wechselt man in die Frontkamera. Nun das Handy vor vors Gesicht halten, dass dieses komplett auf dem Bildschirm zu sehen ist. Dann den Finger solange auf den Bereich des Gesichtes halten, bis sich eine weitere Effektliste öffnet. Da gibt es spaßige Sachen, z.B. Schneebälle aufs Gesicht, Regenbogen aus dem Mund oder ein Elchgeweih.

Stories Home

Snapchat Stories (Grafik: Snapchat Pressekit)

Snapchat-Stories

Seit Oktober 2013 gibt es die Snapchat Stories (Meine Geschichte). Bis zu diesem Zeitpunkt war es lediglich möglich, Fotos oder Videos nur direkt an andere Nutzer zu senden. Mit Snapchat Stories lässt man die gesamte Snapchat Gemeinde teilnehmen.

Sieht sich jemand aus dem Netzwerk den Snap an, wird es als Aufruf dargestellt. Man sieht, wie viele Aufrufe generiert wurden und von wem sie stammen.

Snapchat ist dabei, in vielen Städten sogenannte Geofilter auszurollen. Berlin ist dabei, Köln und auch München. Dabei lässt sich einblenden, wo der Snap entstanden ist, ein charakteristisches Merkmal der Stadt wird eingeblendet. Nutzer können eigene Geofilter erstellen und bei Snapchat einreichen. Es gibt dazu eine Anleitung von Snapchat.

https://www.snapchat.com/geofilters/tips.html

Sponsored Geofilter

Geo-Filter (Grafik: Snapchat Pressekit)

Seit Ende Januar 2015 gibt es mit Snapchat Discover einen Bereich für Unternehmen und Medien, die hier ihre eigens für Snapchat entwickelten Inhalte vorstellen. National Geographic, Yahoo, Daily Mail, Vice, Vox, CNN oder Tastemade sind dort vertreten.

Snapchat gehört zu den Netzwerken, die am schnellsten wachsen, insbesondere in Nordamerika.Aber auch in Deutschland ist Snapchat inzwischen angekommen. Bei Jugendlichen ist die App beliebt, weil jeder selbst bestimmt, wer die eigenen Inhalte sehen kann, fernab der elterlichen Kontrolle und begrenzt auf maximal 24 Stunden.

Wer nicht nur unbedingt Live Fotos oder Videos benutzen möchte, kann mit Snap Upload auch auf sein Fotoalbum zurückgreifen und die Fotos sogar noch bearbeiten.

Oder man lädt sich für mehr Informationen und eine genaue Anleitung findet das Buch „Snap me if you can“ von Philipp Steuer kostenlos (oder gegen eine freiwillige Gebühr) herunter. http://snapmeifyoucan.net/

Download im Appstore: https://itunes.apple.com/us/app/snapchat/id447188370?mt=8

Download Google Play: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.snapchat.android

Happy Snap

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Mein Snapchat-Name: beagut

 

Das dritte Barcamp Düsseldorf – Die Rheinische Post als Gastgeber

Am 9. und 10. Oktober fand das dritte Barcamp Düsseldorf in den Räumen der Rheinischen Post statt. Daniel Fiene und Stefan Evertz haben organisiert. Es gingen viele Hände hoch, als @hirnrinde fragte, wer denn zum ersten Mal bei einem Barcamp sei, es waren ungewöhnlich viele. Umso schöner, dass es immer mehr Menschen gibt, die das Format mögen. Was ich heraushören konnte, war die übliche Begeisterung der Barcamp-Newbies und der Ausspruch: Das ist nicht mein letztes Barcamp.session

Vollgepackt mit vielen interessanten Sessions bin ich in den Tag gestartet und konnte  mich wie immer nicht entscheiden, womit ich anfange. Da war der Markus Hündgen (Bewegtbild ist tot, Virtual Reality kommt)  mit seiner Oculus Brille, der Porno in VR versprochen hat. Und auch der Thomas Knüwer knallte mit „Print ist geil“ eine tolle These in den Raum. Ich habe mich dann für die Print-Session entschieden. Ob ein Regenschirm aus einem Magazin, eine Zeitung gegen Dengue-Fieber oder WLAN to go, mit Print lassen coole Sachen umsetzen. Wie sagte Thomas so schön: Ein bisschen wie YPS mit Gimmick, wer hat das nicht geliebt.

Auch das Flüchtlingsthema hat ins BarCamp Einzug gehalten. Thorsten Stollen hat uns einmal aufgezeigt, welche Stationen die Flüchtlinge durchlaufen von der Erstaufnahme bis zur diversen Registrierungen. Eine ganz schöne Odysee für die Menschen. Aber auch für die Mitarbeiter in den Einrichtungen, Ämtern und Behörden gehen dabei völlig in Arbeit unter. Zahlen und Fakten die beeindrucken und eine Session, die mich sehr nachdenklich gemacht hat. Hier eine Zusammenfassung als Sketch-Note.

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Technik ist weder gut noch böse

.. das sagt Nicolai Schwarz und stellt uns allerlei Gadgets vor, die man haben möchte – oder auch nicht. Sehr spannende Session für Nerds. Da gibt es Buttons die programmiert werden können, eine Fibonacci Uhr, Bruno, den saugenden Mülleimer, ein Laser Razor, mit Bug a Salt Fliegen killen oder Dorothy, die auf drei Mal Hacken zusammenschlagen ein Aktion auslöst. Ziemlich cool, für die die daran Spaß haben!

Würfel, Löcher, Eisbären

Und dann war da noch die Eisbär-Challenge von Markus Kucborski. Ich bin fast an Eisbären und Löchern verzweifelt, bis ich auf einmal den Lichtblick hatte. Das war eine echte Herausforderung. Klasse und Danke Markus.

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Barcamps sind wichtig. Der Austausch mit Gleichgesinnten, diese Art der Unkonferenz wird immer beliebter, auch für größere Unternehmen, die ihre Mitarbeitern an eine völlig neue Art des Lernens heranführen können. Ich habe das selbst schon zwei mal für Lokalkompass.de organisiert. essen

Danke an die Sponsoren: RP-Online, Targobank, KpunktNull, Lieferheld.de, GLS Bank, GDATA, vodafone, FOM Hochschule, akom360, circit

Mehr zum Thema:

Community Camp 2014
Barcamp Koblenz 
Facebook-Camp

Digitale Transfomation ist nicht erst 2015 ein Thema

Während einer Marketing Vorlesung erzählte die Referentin davon, dass die Menschen in Zukunft immer weniger den stationären Handel, sondern vielmehr das Internet als Einkaufsort bevorzugen. Sie kam damals gerade frisch aus den USA und berichtete darüber, dass es möglich sein wird, Hologramme von sich anfertigen zu lassen und sich direkt in Online-Stores einkleiden zu lassen. Man sieht sich also selbst in der digitalen Umkleidekabine. Architekten entwerfen Häuser, bei denen es wichtig ist, dass Pakete direkt abgeladen werden können, so dass  sich der Nutzer einen Umweg zur Post sparen kann. „Cocooning“ wird zum Schlagwort werden, der Rückzug aus dem wahren Leben ins virtuelle Leben. Das alles erschien mir sehr utopisch, denn wir schrieben das Jahr 1994 und somit auch noch vor Cluetrain.

Digitale Transformation

Customer Journey

Seit dem sind mehr als 20 Jahre vergangen, das Internet ist unser täglicher Begleiter und Unternehmen wie Amazon haben sich mit dem Versandhandel zu Global Playern entwickelt. Ich hatte 1994 noch nicht einmal einen Internet Anschluss. Rückblickend sind viele Dinge so eingetreten, die Entwicklung schreitet immer weiter fort und inzwischen ist die mobile Nutzung zur Selbstverständlichkeit geworden. Damit werden Absatzmärkte geschaffen, die für den Handel eine Herausforderung darstellen. Ladenöffnungszeiten werden zur Nebensache, der Kunde sucht sich im Internet das aus, was seinen Bedürfnissen zu dem Zeitpunkt entspricht. Der Wettbewerb wird schwieriger, die Kunden weniger loyal und langfristige Kundenbindung erfordert große Anstrengungen.

Internet of Things

Der Handel bedient sich ebenfalls der IoT (Internet of Things) und nutzt z.B. iBeacons um den Brückenschlag von Offline zu Online zu schlagen. Denn fast jeder nutzt das Internet, um sich zu informieren. Dass Cookies Informationen über unsere Vorlieben speichern, ist ja längst kein Geheimnis. All diese Informationen ergeben das Profil jeden Users und wir werden nicht nur online verfolgt, sondern es kann bis in den stationären Handel reichen.

User Experience als Mehrwert

Auf der diesjährigen dmexco war das Thema digitale Transformation elementar und die „User Experience“ wird zur Aufgabe. Wie schaffen Unternehmen es, einem Kunden den Mehrwert zu versprechen, der ihn längerfristig an die Marke zu binden, möglichst so, dass auch das Erlebnis vor Ort eine Rolle spielt und der Kunde zum POS kommt. Eine Mutli-Channel-Strategie kann Abhilfe schaffen. Doch wie könnte dieses Einkaufs-Erlebnis der Zukunft aussehen? Die Agentur Razorfish hat dazu ein digitales Storeconcept entwickelt, dass auf der dmexco vorgestellt wurde.

Das unendliche Shopping-Angebot aus dem Internet bringt den stationären Einzelhandel zunehmend in Bedrängnis. Auf der dmexco 2015 präsentiert Razorfish die Lösung zu diesem Problem: RAZORSHOP. Die innovative Retail Experience bringt Services und Daten aus der Onlinewelt mit der Einkaufsumgebung vor Ort auf völlig neuartige Weise zusammen.

Ziel ist es, Kunden eine lückenlose und abgestimmte Shopping-Erfahrung über alle Kanäle zu bieten und dem stationären Handel die Chance zu geben, seine künftige Rolle einzunehmen.
Die Herausforderung dabei ist es, die Kosten für die Technologien und die Abwicklung in den Griff zu bekommen.

Digitale Transformation

Konsum wird planbar, der Mensch transparent

Data Driven Advertising

Im Grunde geht es darum, den Kunden wieder in den Fokus zu stellen, dabei kann die Digitalisierung helfen. Das Schlüsselwort dazu ist „Data driven“. Der Kunde soll vom ersten Interesse (digital) bis zur Kaufentscheidung (digital oder stationär) abgeholt werden. Dazu ist eine agile Arbeitsweise nötig, die für die meisten Unternehmen in Deutschland nicht zu bewältigen ist.
Besonders der Mittelstand fühlt sich an dieser Stelle überlastet und technisch nicht in der Lage, das Marketing so zu gestalten, dass eine ständige Kommunikation mit dem Kunden stattfindet.

Zur richtigen Zeit, mit der richtigen Botschaft auf dem richtigen Kanal

Digitale Transformation bedeutet Automatisierung von Prozessen. Digitale Daten wie Vorlieben, Surfverhalten, Assoziationen und Historie ergeben das Profil eines Kunden. Die Kunden sind an der Stelle meist eher bereit, ihre Daten zu hinterlegen. Sie sind auf diversen Kanälen aktiv und hinterlassen ihre digitale Spur. Diese Spur muss „nur noch“ vom Vertrieb ausgelesen  und in den richtigen Kontext gebracht werden, d.h. der Kunde muss auf dem richtigen Kanal, mit der richtigen Botschaft und zum richtigen Zeitpunkt angesprochen werden.

Eine große Chance, den stationären Handel wieder zu beleben. Denn nach wie vor ist das haptische Erlebnis für viele Kunden beim Einkauf wichtig. Informationen werden übers Internet eingeholt und idealerweise wird stationär gekauft. Darum macht ein Online-Shop auch Sinn, denn die dort hinterlegten Daten können genutzt werden, um den Kunden an den POS zu lotsen. Sei es durch Rabattaktionen, Goodies oder Veranstaltungen. Das Zusammenspiel von On- und Offline muss intelligent umgesetzt werden.

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Das Internet der Dinge – der nächste Hype?

Internet of Things

IoT

Waagen, die nicht nur Dein Gewicht sondern auch  den Fettanteil, den Blutdruck und den Biorhythmus messen, Fitness-Armbänder, die Schritte, Schlaf und Kalorien aufzeichnen und Waschmaschinen die mitdenken. Das Internet der Dinge nimmt immer mehr Raum im täglichen Leben ein.

Noch vor drei Jahren war ein Fitnessarmband die Ausnahme, viele neugierige Fragen und vor allem die Sorge ob man denn „krank“ sein, weil man seine Schritte zählt. Es herrschte vielfach Unverständnis über die Nutzung. Inzwischen gehören Fitness-Armbänder oder Apps schon fast zum alltäglichen Gebrauch für immer mehr Menschen. iBeacons versorgen uns mit Infos und viele andere Geräte machen unser Verhalten transparent.
Das Waschpulver neigt sich dem Ende zu, man vergisst neues einzukaufen und ärgert sich. Das lässt sich durch einen Klick ändern. Miele hat auf der IFA sein neuestes Modell vorgestellt. Es soll demnächst auch Spülmaschinen in der Art geben.

Internet of Things

88 % der Bundesbürger, die im Rahmen einer Studie befragt wurden, haben noch nie den Begriff „Internet der Dinge“gehört, dabei gilt das IoT (Internet of Things) als das nächste große Ding.
Gemeint ist damit die Vernetzung der kleinen Geräte mit dem Internet, die wir im Alltag benutzen. So zum Beispiel das Fitness-Armband, die Waage, die Waschmaschine und und und. Die Daten werden immer gespeichert.

Aber noch einmal von vorne: Es gibt Krankenkassen die den Kauf der Apple Watch unterstützen und teilfinanzieren. Der Grund ist einfach. Wer sich ausreichend bewegt, gesund ernährt und das alles auch noch dokumentiert, gibt Daten frei. Die Daten sind in der Cloud gespeichert und der Zugriff darauf nicht wirklich bekannt.
Die Gerechtigkeitsdebatte nimmt zudem ja auch kein Ende, denn die Argumentation macht ja durchaus Sinn. Wer sich ausreichend bewegt, gesund ernährt, nicht raucht und das seiner Krankenkasse mitteilt, erwartet im Gegenzug eine Belohnung oder zumindest die Anerkennung seiner Motivation.
Denn die Mitmenschen, die sich rauchend und vorzugsweise von Fast-Food ernähren, denen Bewegung ein Fremdwort ist, zahlen immerhin die gleichen Kassenbeiträge. Auch wenn inzwischen Bonus-Systeme gibt, die Bargeld versprechen. Es ist trotz aller Aktivität keiner davon gefeit, nicht doch einmal krank zu werden.
Was dann? Es sind immer nur Momentaufnahmen, die entstehen.Diskussionen darüber wären endlos und die Argumentationen auch.Foto-4

Google macht mit

Aber was ist nun mit all den vernetzten Geräten, die für uns mitdenken? Ist es wirklich bequem, wenn der Rasierhalter auf Knopfdruck neue Klingen bestellt, der Kühlschrank Nachschub ordert oder dich Dein Fitness-Armband darauf hinweist, dass Du Dich noch nicht ausreichend bewegt hast.
Smartphones spielen dabei eine große Rolle, denn sie dienen oft als Fernsteuerung für die IoT. So lässt sich die Raumtemperatur von unterwegs regeln, Alarmanlagen werden eingeschaltet oder die Rollläden heruntergelassen.

Mit Google Nest, ist der Suchmaschinenriese auch in das umsatzversprechende Geschäftsfeld Internet of Things eingestiegen. Ein Thermostat, Rauchmelder oder die Kamera, die über das Smartphone zu bedienen ist.

Die Werber dürfen sich freuen, denn so bekommen Sie Infos, die sie sich von Ihren Kunden wünschen. Denn über die Daten, die in der Cloud gespeichert werden, lassen sich Profile von Nutzern über deren Verhalten erstellen. Wichtig für künftige Kaufprozesse, denn die Customer Journey lässt sich mühelos verfolgen. An dem Punkt, an der Kunde noch zögert, liefert personalisierte Werbung den entscheidenden Impuls.
So kann auch der stationäre Handel vom Zusammenspiel der IoT profitieren, denn die Online-Daten können vor Ort zur Argumentation genutzt werden.
Ein spannendes Feld mit vielen Möglichkeiten.

Prognose: Im Jahre 2020 werden es ca. 25 Milliarden Geräte sein, die Daten in der Cloud synchronisieren.

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