Irgendwas mit Social Media… oder was machst Du?

Als ich vor sieben Jahren begann als Community Manager zu arbeiten, war der Job noch so neu wie das Web 2.0. So richtig wusste damals auch keiner wohin es sich entwickelt. Es gab bereits zahlreiche Communities wie XING, Stayfriends oder WKW. Die wurden selbstverständlich auch gemanaged, aber eher im Hintergrund. Das öffentlich Kommentieren war damals noch eher die Seltenheit. Mit der Umstellung von Portalen auf die Kommentierbarkeit von Beiträgen und Artikeln, wurde die Arbeit als Community Manager zur Herausforderung. Ich musste, wie alle anderen in diesem Job, mit Kritiken und Beschimpfungen leben. Aber auch mit ständigen Mails, Belästigungen und gut gemeinten Komplimenten, die man nicht haben möchte. Man steht auf einmal im Fokus und wird schnell vom „good guy“ zum „bad guy“. Das kennt jeder, der diesen Job macht bzw. einmal gemacht hat.

Vom Community Manager zum Social Media Experten

Auf einmal kamen die sozialen Netzwerke hinzu, allen voran natürlich Facebook. Schon war der Job des „Social Media Managers“ (wahlweise Consultant oder ähnliche Berufsbezeichnungen) geboren. Die vielseitigen Ausschreibungen zu diesem neuen Berufsbild lesen sich zum Teil haarsträubend. Das Hotel, dass einen Nachtportier sucht, der „nebenbei“ die sozialen Netzwerke betreut. Der Social Media Manager, der die Unternehmenswebsite nicht nur mit Inhalten versieht sondern auch programmiert. Der Social Media Guy der für die Akquise der eigenen Kunden zuständig ist und nebenbei Pressemitteilungen verfasst. Der Social Media Redakteur der neben der Beitragserfassung auch noch eine Facebook und Google + Fanpage baut und selbstverständlich 24/7 im Auge hat.
Wir vom BVCM haben sehr haarsträubende Stellenbeschreibungen gefunden. Eine Herausforderung für den Verband unserem Berufsbild eine klare Struktur zu verpassen.

Eierlegende Wollmilchsau

Selbstverständlich soll jeder Social Media Experte den ROI fürs Unternehmen errechnen und in mehr oder weniger komplizierten Darstellungen der Geschäftsführung so erklären, dass die glauben, jeder Invest ist lohnenswert und bringt das Unternehmen ganz weit nach vorne. Natürlich nicht nur finanziell sondern auch mit einer deutlich positiven Reputation. Ach ja – ganz nebenbei darf das böse Wort „Shitstorm“ niemals in Zusammenhang mit dem Unternehmen stehen. Und wenn.. na dann sorgt der „Social Media irgendwas“ schon dafür, dass alles gut wird.

Wer so viel Verantwortung zu tragen hat, der sollte doch entsprechend im Unternehmen angesiedelt und beachtet sein. Das ist sicher hier und da der Fall, aber oft genug sind die Widerstände gegen „Social Media“ intern bereits so groß, dass man entweder als Exot, Nerd oder Klugscheißer gilt. Schlechtestenfalls  sogar in der Kombi zusammen. Wenn man dann noch in die internen Arbeitsprozesse eingreifen möchte und die Begriffe „Collaboration“ oder „Change Management“ benutzt – spätestens dann wird brenzlig. Es braucht ganz viel Unterstützung und Verständnis, bis sich „Social Media“ in alle Unternehmensbereiche integriert hat und auch akzeptiert wird. Und vor allem Zeit…

Mehr zum Thema:
How to Hire the Right CM

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Ein Gedanke zu „Irgendwas mit Social Media… oder was machst Du?

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