Digital Native – eine Frage des Geburtsjahres?

Ein Thema, dass immer wieder gern diskutiert wird sind die von Marc Prensky ernannnten „Digital Native“. Per Definition sind das Menschen, die mit digitalen Technologien, wie Computer, Internet oder Mobiltelefonen aufgewachsen sind. Das werden ungefähr die sein, die ab Mitte der 80er Jahre geboren wurden.

All diese jungen Leute sollten daher keine Schwierigkeiten haben, digital zu denken und vor allem zu handeln. Wenn das alles so einfach ist, müsste ja viele Unternehmen nur auf die Jugend setzen und hoffen, dass diese Generation instinktiv die digitalen Strömungen erkennt.

Always digital

Always digital

Ich selbst bin alles andere als ein „digital Native“, denn zu der Zeit, als ich Kind war, gab es noch Telefone mit Wählscheiben. Viel digitales gab es damals nicht und trotzdem habe ich die bereits die Anfänge mitbekommen und immer in Bereichen gearbeitet, die mit „neuen Technologien“ zu tun hatten. Ich habe Programmiersprachen gelernt, unter anderem auch „Basic“. Ich kannte mich früh mit Computern und Großrechnern aus und habe bereits in den 80ern mit Lotus 1-2-3 Texte, Tabellen und Grafiken erstellt. Fand ich alles recht einfach und bin damit (auf)gewachsen.
Später kam das Internet dazu und auch das wurde selbstverständlich in den Alltag und vor allem in den Job integriert. Anfangs noch mühsam mit einem 33K-Modem, heute mit schnellem WLAN und ohne großen Verbindungsprobleme.

Ich denke digital, ich denke „Online“, weil seit 1998 nicht anderes getan habe, als im Online-Bereich aktiv zu arbeiten. Trotzdem bin ich nur ein Digital Immigrant – die Ungnade der frühen Geburt.

In meinem beruflichen Umfeld kenne ich einige, die nicht zur klassischen Generation Y gehören und trotzdem Digital Natives sind, das sind die Mitstreiter im Bereich Community Management und Social Media. 

Ich behaupte einfach mal das Gegenteil: Nur weil jemand in einer bestimmten Zeit geboren wurde, hat er nicht automatisch Interesse oder Desinteresse an Themen und vor allem schon lange nicht das Gespür für die richtigen Kanäle. Darum glaube ich, dass das Verständnis für Online im weitesten Sinne keine Frage des Alters ist sonders ein Prozess des Umdenkens.