Die hässliche Seite von Social Media – Der Fehltweet von Justine Sacco

Justine Sacco und Ihr Tweet: Das Aufreger Thema im Social Web in diesen Tagen. Zum Hintergrund: Die New Yorker PR Managerin twitterte vor ihrem Abflug nach Südafrika: „Fliege nach Afrika. Hoffentlich bekomme ich kein Aids. Mache nur Spaß. Bin weiß“. Noch während sie im Flieger sass, verbreitete sich der Tweet um die ganze Welt.

Zugegebenermaßen ist so eine Aussage nicht witzig und auch völlig daneben. Als PR-Frau sollte sie doch wissen, wie man sich öffentlich benimmt. Dieser Tweet hat ihr nicht nur den Job gekostet, sondern auch den Hass Tausender Menschen eingebracht. Es wurden ihr sogar Morddrohungen angetragen. Da nutzt auch die öffentliche Entschuldigung nichts.

Bildschirmfoto 2013-12-24 um 13.17.09Empört Euch 

Soweit so gut. Kann man drüber streiten, ob das in Ordnung ist oder nicht. Sie wird sich schlecht genug fühlen, hat sich für ihre Dummheit entschuldigt, das wird ihr kaum was nutzen. Job ist weg und um die Reputation ist es auch erst mal geschehen.

Die Medien haben das aufgegriffen und auch bei Facebook wurde das für und wider diskutiert. Dabei habe ich etwas von der hässlichen Seite von Social  Media gelesen und fand das sehr treffend.

Ich stelle eine zunehmende Empörung und Massenmeinung im Netz fest. Ohne darüber nachzudenken, wird gewittert, kommentiert. Gift und Galle wird versprüht, ohne über die eigenen Worte nachzudenken.
Es hat sich, imho, eine Kultur gebildet, in der man ungefiltert und ungehobelt den Menschen in seinem Netzwerk die eigene Meinung vor den Kopf zu knallen, ohne dem anderen die Möglichkeit zu geben, sich zu wehren. So entstehen ätzende Diskussionen und Beschimpfungen, die von beteiligten oder unbeteiligten Mitstreitern unterstützt werden. Das ist fieses und reinstes Mobbing.

Ich glaube, dass sich die Schnellverfasser überhaupt nicht darüber im Klaren sind, wie ihre Worte wirken, zumal sie bewusst und mit voller Absicht ihren Zorn ergießen.

Beleidigungen in 140 Zeichen

Wer sich noch an die Mohammed Karikatur Empörung im Jahre 2005 erinnert, weiss, wie schnell sich Hass verbreitet, teilweise ohne Kenntnis der Sache.
2005 waren Facebook und Twitter noch kein Thema, wie wäre das heutzutage?
Der Wunsch nach Empörung, Beleidigung und Aufschrei scheint für die Menschen tief verwurzelt zu sein. Dabei ist die eigene Meinung gar nicht so wichtig, sondern die, der Masse.
In Sippenhaft-Manier werden Menschen, Angehörige und die, die anderer (oder eigener) Meinung sind, gedisst und verurteilt.

Mir macht das nicht nur Angst, es ist einfach respektlos und zeigt, wie egoistisch doch die Zeitgenossen geworden sind.
Ich wünsche mir mehr RESPEKT

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Zertifizierung zum Internet Medien Coach (IMC®)

Schön war es in Wiesbaden. Ich habe zwei spannenden Tage hinter mir und ein Zertifikat dazu gewonnen. Hintergrund dieses Blogs war eine Ausbildung zum zertifizierten Internet Medien Coach.

Was bedeutet diese Zertifizierung und wem nutzt sie?

In unserer Zeit bedeutet Sicherheit im Netz nicht nur die Absicherung von Hard- und Software, sondern auch der Schutz von Nutzern, egal ob es Kinder oder Erwachsene sind.
Der Verein Sicheres Netz hilft e.V. hat sich zur Aufgabe gemacht, Erziehungsverantwortliche, Kinder und Jugendliche sowie die Generation 60+ in ihrer Medienkompetenz zu stärken, insbesondere im Umgang mit dem Internet.
Das bedeutet in erster Linie, Unsicherheiten zu minimieren und das Selbstbewusstsein im Umgang mit dem Internet zu stärken. Dazu bedarf es einer Menge kompetenter Persönlichkeiten, die mit ihrem jeweiligen Fachkenntnissen den Verein unterstützen können und sollen.
Internet Medien Coach

Der Schlüssel zu mehr Sicherheit im Netz liegt in den persönlichen Kenntnissen über die Nutzen und Gefahren der Cyberwelt. Je aufgeklärter und kompetenter Anwender sind, desto besser lassen sich Risiken einschätzen und minimieren.

Zu den übergreifenden und speziellen Kompetenzthemen zählen beispielsweise

  • Tatort Internet: Nutzen und Gefahren im Netz
  • Internetmobbing
  • Stalking
  • Soziale Netzwerke
  • Umgang mit persönlichen Daten
  • Bekämpfung der (Kinder-)Pornografie im Internet
  • Urheberrechtsverstöße
  • Betrug

Zu meinen Mitstreitern zählten Menschen aus unterschiedlichsten Berufen: Pädagogen, IT-Experten, Social-Media Kenner, Business-Coaches und Experten auf den Sicherheitsbereichen. Unser aller zukünftigen Aufgaben könnten sein:

  • Projektleiter/in bei Informationsveranstaltungen, Elternabende, AktionsTage etc. regional und überregional mit Unterstützung und Förderung des Vereins sowie deren Kooperationspartner
  • Multiplikator/in regional und überregional
  • Referent/in

Ich freue mich auf die Herausforderung und bin bereit mich zu engagieren. Das geht natürlich nicht im Alleingang, sondern nur  mit anderen Menschen, die ebenfalls befreit sind, etwas zu bewegen.

Schaffen wir das?