Click-baiting – Wie Facebook auf die wirklich interessanten Inhalte setzt

Wir alle kennen die Beiträge von Heftig, buzzfeed und Co. die uns mit rudimentären Texten und Fotos auf Beiträge aufmerksam machen. Durch die reißerischen Überschriften wie „Du wirst nicht glauben, was hier passiert ist….“ soll der Nutzer neugierig gemacht werden und auf den Artikel klicken. Das Ergebnis ist oft enttäuschend.
Jetzt will Facebook einen Riegel davor schieben und die wirklich interessanten Beiträge belohnen.

Click-Baiting Headlines

Click-Baiting Headlines sollen den User animieren auf den Beitrag zu klicken, die Headline gibt keinerlei Informationen preis, was gesehen wird. Das dient natürlich dazu, dass der Post viele Klicks generiert, von vielen Leuten gesehen wird und damit im News Feed höher gerankt wird.

In Zukunft werden Satire-Meldungen gefiltert, der Nutzer soll bereits durch die Überschrift verstehen, worin es in dem Posting geht. 

celebstyleweekly-new

Dazu misst Facebook die Verweildauer auf der Seite. Kurze Verweildauer bedeutet wenig Interesse. Auch die Interaktionsrate wird eine Rolle spielen. Wenige likes oder shares bedeuten wenig Interesse. Also Enttäuschung. 

Noch eine Änderung: Link-Sharing in Posts

Diese Änderung betrifft das Link Sharing beim posten. Ich kann einen Link teilen indem ich die URL kopiere. Dabei erhalte ich eine Vorschau, die ich mit einem Text ergänzen kann, der zum Beitrag passt. Oder aber ich lade ein Foto hoch und ergänze das mit einem Link.

Facebook will den kopierten Link künftig bevorzugen, weil er mehr Informationen liefert. Dadurch, dass die Fotos ohnehin größer angezeigt werden als bisher, ist also das Argument hinfällig, auf Fotos zu setzen. Denn bekanntlicher weise reagiert der Nutzer darauf stärker. 

Facebook erkennt also, dass nachrichtliche, informative Links von höherem Wert sind, als reißerische Teaser. Für uns, als BürgerCommunity und nachrichtlichem Portal eine gute Nachricht. 

Hier der Original-Text:
Newsroom FYI

Icebucketchallenge – Oder wie Viralität Gutes tun kann

Ich gebe zu, als ich die ersten Videos von Menschen gesehen haben, die sich Eiswürfel über den Kopf schütten, habe ich nur mit meinem Kopf geschüttelt und mich gefragt was das soll.
Die digitale Form eines Kettenbriefes, dem Idioten folgen. Erst als ich erfahren habe, dass diese Challenge die Menschen sensibilisieren soll und auf eine Krankheit aufmerksam macht, habe ich mich näher damit befasst.

ALS ist eine Krankheit an der vergleichsweise wenige Menschen erkranken, deren Verlauf jedoch schlimm ist. Zum ersten Mal habe ich aus dem Freundeskreis davon gehört. Der gute Freund einer Freundin war an ALS erkrankt.  Auch wenn ich nicht unmittelbar betroffen bin, habe ich doch immer wieder gehört, wie dramatisch der Krankheitsverlauf war. Matijas war Amateurfussballer bei Rot-Weiß Essen, er ist im letzten Jahr gestorben.

Es wird zu wenig über ALS geforscht und es ist gut, dass durch Icebucketchallenge darauf aufmerksam gemacht wird. Ohne Social Media Kanäle wäre das in dieser Form nicht möglich gewesen. Das ist die wieder einmal die gute Seite von sozialen Netzwerken, wie ich finde.

Kritik ist erlaubt

Natürlich gibt es viele Menschen, die die Nominierung annehmen und sich gar nicht darüber im Klaren sind, wozu dieser „Spaß“ eigentlich dienen soll. Ein prima Anlass zur Selbstdarstellung und sich endlich mal wieder so zu präsentieren, dass man auf jeden Fall Aufmerksamkeit bekommt, wie im Fall von Micaela Schäfer, die sich gern nackt zeigt, für einen guten Zweck versteht sich.

Es geht auch nicht darum, sich Wasser über den Kopf zu schütten, um zu zeigen, dass man kein Warmduscher ist. Es geht um Spenden, ganz einfach. Und darum auf Krankheiten aufmerksam zu machen, die unheilbar sind.

Für die ALS-Forschung wurden in USA bereits 32 Millionen Dollar durch die Challenge zur Verfügung gestellt. In Deutschland kamen bisher klägliche Beträge zusammen. Leider. Denn das zeigt genau das, was die Kritiker propagieren: Einfach den Hype mitmachen und nicht weiter darüber nachdenken. Schade, aber so sind die Menschen.

Icebucketchallengeals

Mir war klar, dass ich früher oder später ebenfalls nominiert werde und ich habe mir bereits Gedanken darüber gemacht, wie ich reagiere. Da ich zusammen mit drei Freundinnen nominiert wurde, war die Entscheidung schnell getroffen. Wir haben es getan
Es tat auch gar nicht weh, hat Spaß gemacht und ich nehme es ernst. Ich spende. Und wer mich kennt, weiß dass ich keinen Anlass benötige um zu spenden. Das mache ich regelmäßig, monatlich, außer der Reihe und einfach so. Und jetzt mal mit großem Tam-Tam.

Andere Organisationen beklagen, dass sich nun alle auf die ALS Stiftung fokussieren, darum werde ich an Ärzte ohne Grenzen spenden.

Und eines noch: Die, die sich verweigern und diese ganze Aktion blöd finden, keine Zeit oder keinen Bock haben, sollten wenigstens zeigen, dass sie sich nicht nur aufs Treppchen stellen und auf andere zeigen. Vielleicht erzählt ihr mal von Euren Heldentaten, wo helft ihr? Vielleicht Ehrenamtlich? So wie ich das zusätzlich noch mache. 

Also her mit den Geschichten und vor allem mit der Kohle! Jeder Cent zählt.

Social Media und der Tod

Der Tod von Schauspieler Robin Williams bewegt die Welt. Insbesondere über die sozialen Medien wie Twitter und Instagram wird viel diskutiert und viel getrauert. Menschen steigen auf Tische und fotografieren sich, Vorbild ist der Film „Club der toten Dichter.“ Bei Facebook steht in meiner Timeline heute ganz häufig: Oh Captain, my Captain!

Ein großer Verlust, der mal wieder zum Nachdenken anregt. Denn Robin Williams hat allem Anschein nach einen Suizid begangen. Wie viele berühmte Leute vor ihm. Es heißt, er litt unter Depressionen, wie viele Menschen auf der ganzen Welt.

Einem Mensch, der so beliebt war und in der Öffentlichkeit stand, wird natürlich sehr viel mehr Aufmerksamkeit zuteil, als den vielen anderen, die sich tagtäglich das Leben nehmen, aus den gleichen Gründen.
Es ist erlaubt, über die sozialen Netzwerke zu diskutieren, seine Trauer auszudrücken und seine Gefühle zu beschreiben.

Sox in a Box

Grenzwertig finde ich schon, dass Bild direkt eine „Trauer-Page“ auf Facebook eingerichtet hat. Aber auch das lässt sich noch vertreten, schließlich gibt es hier Informationen zum Thema Depressionen.

Was aber meiner Meinung nach nicht in Ordnung ist, ist das was „Sox in a Box“ auf Facebook veranstaltet:

soxinabox 

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Es werden Socken verlost. Als Anlass wird der Tod von Robin Williams genommen.
Die Fangemeinde ist zu Recht empört.
Ich kann gar nichts dazu sagen. Als Community Manager würde ich mich weigern, so ein Gewinnspiel zu publizieren.
 
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