Think Content von Miriam Löffler

Die wichtigste Botschaft am Anfang: Für einen Texter  reicht es nicht mehr aus zu wissen, wie ein lesenswerter Text aufgebaut sein muss. Die Kenntnisse müssen ständig für das Medium Internet erweitert werden. Ohne grundsätzliche Kenntnisse über das Leseverhalten im Netz, ohne Suchmaschinenoptimierung, Technik und vor allem Online-Marketing kommt man nicht mehr aus. So Petra Meyer, Geschäftsführerin Ippen Digital Media.

Im Jahr 1993 gab es weltweit 130 Websites! Unfassbar, oder? Denn 2012 waren es bereits 630 Millionen. Täglich werden 3 Milliarden Suchanfragen gestellt.

Allein dieser Satz zeigt, wie wichtig es ist, dass Texte gut aufbereitet und vor allem gefunden werden.

Warum ist Content Marketing wichtig?

Werbebanner sucks! Fast drei Viertel aller Befragten, die auf einen Banner klicken sind unzufrieden.
Content ist die Basis für den Werbeerfolg
Ranking in den Suchmaschinen
Aufbau und Stärkung der Kundenloyalität
Konversionsraten und selbstverständlich Social Signals.

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Wer heutzutage Marketing macht, muss das einfach beherrschen. Mit Content überzeugen und viralisieren.

Realität? Schauen Sie doch mal in Ihrem Unternehmen, wie es dort läuft.

Google zwingt die Website-Betreiber gute Inhalte zu erstellen!

Wichtig ist, dass die Entscheider verstehen, wer welche Fähigkeiten mitbringt, die der Content-Strategie dienen. Denn guter Content ist kein Glücksfall

Ein Teil des Buches beschreibt die Einführung in die Content-Strategie.

Was sich so einfach anhört ist leider mit vielen Hürden und Hindernissen verbunden. Angefangen bei einer klaren Zielvorgabe, die oft fehlt, bis hin zu den üblichen Querelen wie Marketing-Alleingänge und mangelndes crossmediales Denken. Ziemlich praxisnahe Beschreibung.

Ein Audit-Briefing ist hilfreich bei der Bewertung und Beurteilung von Inhalten.
Mit 14 guten Gründen wirbt der Autor für das Audit und zeigt auf, die man die Bestandsaufnahme vorbereitet und durchführt. Ausführlich wird auch die Content-Planung beschrieben und wie der Content anschließend zu managen ist.

Ganz wichtig: Keine Content-Strategie ohne Social Media und nicht ohne SEO

Behandelt wird einfach alles:
Video-Content, User-Generated-Content, Fotos, Storytelling, Social-Media-Kampagnen, Corporate Blogs.

Für mich als Social Media Manager ist das Kapitel „Content fürs Mitmachweb“ besonders interessant. Die Autorin zeigt die Nutzungsmöglichkeiten auf und gibt Hilfestellung spezielle für Social-Media-Content-Strategie inklusiver der Plattformen

Alles in allem ein sehr komplexes Buch, dass sich sowohl an verschiedene Zielgruppen richtet:

  • Content-Verantwortliche wie Redakteure
  • Marketing Verantworliche
  • SEO Manager
  • Social-Media-Manager
  • Mitarbeiter aus PR und Kommunikation
  • Agenturberater

All diese Menschen sind gut beraten, sich „ihren“ Teil herauszusuchen. Das Glossar ist sehr hilfreich, insbesondere für Menschen, die bisher nicht im Web getextet haben. Ich richte mich größtenteils an Print-Redakteure, die online Texte verstehen müssen und diese auch im Alltag umsetzen müssen.
„Think Content“ liefert mir wertvolle Hinweise, die ich gern weitergebe. Mich persönlich unterstützen die gemachten Aussagen in meiner täglichen Arbeit, beherzigen sollten es aber die, die noch in immer noch in „Old-Style-Manier“ ihren Job machen und nicht wahrhaben wollen, wie viel Potential in einer ordentlichen Content-Strategie steckt.

Think Content von Miriam Löffler
Galileo Computing
ISBN 978-3-8362-2006-4

 

Empfehlungsmarketing im Social Web

Kunden gewinnen und Kunden binden

Die Autoren, Anne Grabs und Jan Sudhoff, beschreiben sehr ausführlich, wie ein Konsument heutzutage seine Produkte oder Dienstleistungen auswählt. Das fängt oft im Internet an und hört auch oft dort auf. Welchen Einfluss dieses Verhalten auf den stationären Handel hat und wie dieser die sozialen Medien nutze kann, wird in dem Buch dargestellt.

BildGegliedert in 5 Kapitel findet der Leser relevante Informationen zu folgenden Themen:

  • Der Handel im Wandel
  •  Social Commerce
  • Nutzen Sie Digitales Marketing
  • Mobile Commerce
  • Die Prinzipien des Handels
  • Strategien für den erfolgreichen Handel
  • Wichtige Tools für Onlinehändler und stationäre Händler

Der Handel im Wandel
beschreibt die Konsumentenreise – eine Reise, die jeder Händler  kennen sollte. Der Kunde informiert sich heutzutage vor dem Kauf eines Produktes oft ausführlich über die Vor- und Nachteile und vor allem über den Preis. Man vertraut den Bewertungen anderer Konsumenten und entscheidet dann: Vor Ort oder Online. Das Kapitel beschreibt, wie sich der Handel darauf einstellen kann und muss, um im Wettbewerb zu bleiben, über alle Kanäle und Geräte hinweg.

Social Commerce
Social Media als Servicekanal, als Angebotsträger, als Imagetransporter, als Informant. Beschrieben wird der Mix aus E-Commerce und Social Media. Was muss der Händler beachten? Wie kann ich den Onlinehandel stärken? Was bringen die Bewertungen für meinen Umsatz und wie bekomme ich Traffic auf die Seite. Fragen über Fragen, die hier gut und ausführlich beantwortet werden. Was mir gefällt: Statistiken, Grafiken und Beispiele untermauern die Aussagen. Best Practice Beispiele sind nachvollziehbar und erklären, wie die Praxis aussieht. Wertvolle Tipps für die Kundenbindung.

Nutzen Sie digitales Marketing
Ein unglaublich wichtiges Thema! Der stationäre Handel muss sich eine Multichannel-Strategie überlegen, um marktfähig zu bleiben. Die Autoren zeigen, welche Kanäle sich lohnen um, warum Google für den lokalen Händler wichtig ist und wie ich die Kunden sich vom Internet in den Laden bewegen. Eine anschauliche Darstellung, wie ich finde.

Mobile Commerce
Der Verbraucher greift vermehrt zu mobilen Endgeräten. Ob Smartphone oder Tablet, der Desktop-PC bleibt immer öfter unbenutzt. Die Darstellung der Produkte muss also „responsiv“ sein. Der Kunde will spontan unterwegs etwas kaufen. Darauf muss der Händler gefasst sein und seine mobile Strategie entsprechend ausrichten. Was dabei zu beachten ist, behandelt dieses Kapitel

Die Prinzipien des Handels
Die Prinzipien des Handels haben sich nicht wesentlich verändert, es kommt lediglich der digitale Effekt hinzu.Früher hat man sich auf die Meinung anderer verlassen, das ist heute noch genauso. Nur ist die Masse der Meinungen durch das Internet erheblich gestiegen. In diesem Kapitel wird erklärt, wie sich die Digitalisierung nutzen lässt. Und auch hier zeigen Best Practice Beispiele wieder wie es geht und mit welchen Instrumenten

Strategien für erfolgreiches Handeln
Der stationäre Handel kann auch über Social Media neue Kunden gewinnen. Welche Strategien dabei angewendet werden können, wird in diesem Kapitel behandelt.

Wichtige Tools für Onlinehändler und stationäre Händler
Es gibt nicht nur ein Tool für alles. Welche  Portale und Plattformen für den Handel in Frage kommen wird ausführlich beschrieben.

Das Buch ist für einen Händler gutes Handwerkszeug zum Einstieg ins digitale Marketing. Was ich besonders gut finde, dass man nicht das komplette Buch durcharbeiten muss, um das gewünschte zu finden. Jedes Kapitel ist in sich gut konzipiert und so ergibt sich ein Nachschlagewerk. Die Autoren berichten sehr praxisnah, was mir gut gefällt. Es gibt Hinweise zu Tools und Websites. Grafiken veranschaulichen das geschriebene. Händler oder Marketing/Social-Media-Verantwortliche sind mit diesem Buch gut beraten.

Wie man von Galileo Computing gewohnt ist, gibt es ein gutes Inhaltsverzeichnis und die farbliche Darstellung der einzelnen Kapitel. Das erleichtert das Auffinden von Beiträgen erheblich.

Mehr zum Thema:
Der Social Media Manager von Vivian Pein

Berufsziel Social Media – Wie Karrieren im Web 2.0 funktionieren

061970457-berufsziel-social-mediaSocial Media ist das Buzzword der vergangenen Jahre, es wird viel geredet und geschrieben über die Menschen, die sich diesem Thema beruflich widmen. Nico LummaStefan Rippler und Branko Woischwill haben alle Fragen und Unsicherheiten, die der Beruf als Social Media Manager mit sich bringt, in einem Buch zusammengefasst. Die Antworten sind die von echten Praktikern. Eine Empfehlung für Anfänger und Profis.

Die Autoren haben sich auf folgende Schwerpunkte konzentriert:

  •  Welche Berufsbilder gibt es im Social Web?
  • Was macht ein Social Media Manager?
  • Wie viel kann man als Berufseinsteiger verdienen und wie entwickelt sich das Gehaltsgefüge?
  • Wie funktionieren Karrieren im Social Web?
  • Welche Branchen-Köpfe muss ich kennen?
  • Wo und wie kann ich mich aus-und weiterbilden lassen?
  • Welche Arbeitgeber sind für mich besonders spannend?
  • Welche Begriffe aus der Social Media Welt muss ich kennen und erklären können?

Was mir auf Anhieb gut gefällt, ist die Definition der unterschiedlichen Berufsbilder die der BVCM entwickelt hat. Die Unterschiede zwischen einem Community und einem Social Media Manager oder Consultant werden anschaulich dargestellt. Ganz wichtig für diejenigen, die sich für einen dieser Berufe entscheiden.

Eierlegende Wollmilchsau

Selbständig oder angestellt? Generalist oder Experte? Techniker oder Kommunikator? Service oder Strategie? Viele Fragen, viele Antworten. Das entspricht der Realität, denn ein scharf abgegrenztes Aufgabengebiet gibt es nicht. So führt der Social Media Manager Schulungen und Workshops durch, plant Maßnahmen und richtet seine Strategie an der Unternehmensstrategie aus. Er koordiniert das Community Mangement, muss ständig auf dem Laufenden bleiben und den strategischen Gedanken verinnerlicht haben. Der Community-Manager bewegt sich oft eher auf der operativen Ebene. Die Stellenbeschreibungen sind teilweise haarsträubend und man muss schon genau hinschauen, ob das Profil mit den Anforderungen zusammenpasst.

Experten kommen zu Wort

Gut finde ich, dass Experten aus dem Bereich Social Media und Communtiy-Management zu Wort kommen. Und das macht die Sache spannend, denn obwohl die Aufgaben teilweise sehr unterschiedlich sind, sind die Aussagen fast identisch. Eine echte Ausbildung gibt es nicht. Es zählen Empathie eine gewisse Stressresistenz, Eigenmotivation ein technisches Verständnis und die Beherrschung vieler Social Media Kanäle. Das bestätigen Leute wie Tobias Arns von BITKOM, Mirko Lange von talkabout, Katharina Borchert von Spiegel Online oder auch Mirko Kaminski, der es auf den Punkt bringt:  „Ohne Social Media Kompetenz wird in der Zukunft niemand mehr in der Kommunikation arbeiten können.“

Gut erläutert werden die Werkzeuge mit denen ein Social Media Manager arbeiten muss, vom Monitoring Tool bis zum Statistiktool. Denn Erfolg muss ja messbar sein, auch im digitalen Bereich.

 „Social Media kann doch eigentlich jeder“ – diese Aussage hat bestimmt jeder Social Media Manager in seiner Karriere schon gehört. Dass man mit ein bisschen twittern und chatten Geld verdienen kann, scheint vielen Menschen ominös. Heutzutage kann ja jeder mit den Social Media Kanälen jonglieren. So einfach ist das zum Glück nicht, auch das erklären die Autoren sehr plausibel.

Fachbegriffe und spannende Beispiele aus dem Web 2.0

Im Buch werden Fachbegriffe erklärt, Beispiele von Web 2.0 Kommunikation und Crowsourcing Projekte vorgestellt und Weiterbildungsangebote unter die Lupe genommen. Kampagnen, die aus dem Ruder liefen, Kommunikation als Herausforderung für Social Media Mitarbeiter. Die gelieferten Beispiele zeigen die Komplexität des Social Web und lassen den Leser auch einmal Schmunzeln.

Die Probleme sind ähnlich

Mir persönlich hat das Buch sehr „aus der Seele gesprochen“, denn die Aufgabenvielfalt, das zeitweise Kompetenzgerangel und die Unwissenheit über das Berufsbild sind manchmal schwierig zu erläutern. Man muss seine Position zuweilen hartnäckig behaupten und verteidigen. Unternehmen müssen umdenken.

Ich kann „Berufsziel Social Media“ jedem empfehlen, der sich für das Berufsbild interessiert, aber auch denen, die bereits knietief im Job stecken, ob als Community- oder Social-Media-Manager.

Nico Lumma, Stefan Rippler, Branko Woischwill: Berufsziel Social Media.
Wie Karrieren im Web 2.0 funktionieren. ISBN 978-3-658-01245-8. SpringerGabler 2013.

Vielen Dank an SpringerGabler für das Rezensionsexemplar. 

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