Des Nächtens texten: Communtiy-Management

Ich gehöre zu den Menschen, die manche Nächte einfach mal wach verbringen. Heute ist mal wieder so eine Nacht.  Statt mich hin- und her zu wälzen, meiner Grübeleien hinzugeben und wütend  zu werden, werde ich doch lieber kreativ und schreibe.

Es geht mich seit Tagen durch den Kopf: Was hat sich in der digitalen Kommunikation verändert und wie kann man es begreifen?

Der Ton macht die Musik, dieser Spruch birgt soviel Wahres und Mama hatte auch recht damit. Im Social Web ist der Ton verdammt schräg geworden. Es wird beleidigt, verhöhnt und regelrechte Hasstiraden ergießen sich über alles und jeden, der zu seiner Meinung steht. Dabei ist es unerheblich welche Meinung es ist, irgendwer ist schon mit einer Behauptung, einem Link zu wahrhafter Berichterstattung oder mit Infos aus seriösen Quellen, ranghohen, (aus Wirtschaft und Politik) guten Freunden (die nicht genannt werden wollen) und bestenfalls aus eigener Erfahrung, dabei.

Guter Community-Manager, schlechter Community Manager?

Diese Kommentare oder Beiträge neutral zu bewerten fällt nicht immer leicht. Ich will jetzt nicht wieder darüber lamentieren, wo Meinungsfreiheit aufhört und Verschwörungstheorien anfangen. Darüber gibt es reichlich zu lesen. Vielmehr ist mir wichtig, dass der Community Manager den richtigen Ton trifft. Soll er genauso schräg zurück argumentieren oder muss er immer nur sachlich und freundlich sein. Selbst wenn er als „Praktikant“ „Jungspund“ oder „Ahnungslose Aushilfskraft“ beschimpft wird. Das sind noch die harmlosen Bezeichnungen.

Ich habe meine eigene Meinung dazu

Sachlich schlägt Aggressiv, immer richtig. Argumente kann man mit Gegenargumenten in einer sachlichen Diskussion darlegen. Damit fährt man immer gut, das sollte erste Priorität haben.

Persönliche Beleidigung hinnehmen? Wer angegriffen wird, wehrt sich im ersten Reflex, das ist menschlich. Als Community Manager musst Du unter Umständen so einiges einstecken. Erlebt jeder, der diesen Job einmal gemacht hat. Hier unterscheide ich wieder zwischen:
Beleidigung im Social Web, z.B. bei Facebook: Wenn überhaupt, stecken nur die Initialen des Administrators hinter einem Kommentar, selten ein Gesicht. Somit die Beleidigung nicht persönlich zu nehmen. Wer kann sich aber davon freisprechen, dass er es nicht doch als Angriff auf seine Persönlichkeit nimmt? Selbst wenn der Kommentar da lautet: Ihr von xyz seid doch alle nur Marionetten, die von „ganz oben“ gesteuert werden. Ihr müsst das ja sagen, ihr Feiglinge (harmlos).

Beleidigungen in Foren oder auf eigenen Plattformen: Hier gehts oft ans eingemachte. Du zeigst Dein Gesicht und Deinen Namen, Du machst Dich natürlich auch unbeliebt, sobald Du bei brisanten Themen diskutierst oder moderierst.

„Ich habe doch lediglich gesagt, dass Herr abc ein dämliches Arschloch ist, das ist meine Meinung. Und Du zensierst das weg. Hat Dir wohl Dein Chef befohlen? Oder bist du so ein linker Gutmensch, der die Wahrheit nicht vertragen kann? Nutzt Deine armselige Macht hier aus um mir meine Meinung zu verbieten.“

Mh, jetzt sachlich bleiben, oder darf ich an dieser Stelle auch mal so richtig pampig werden, zumal dieser User schon immer gern gegen mich schießt und ich ihm gerne verbal eins verpassen möchtest?

Bleib cool

Es ist nicht einfach, denn wir alle sind Menschen, wir sind nicht immer in der gleichen Gefühlslage, haben unsere verwundbare Stelle und sind auch mal wütend, aggressiv und ungerecht.
Sachlichkeit schlägt Dummheit. So meine Erfahrung. Ich habe aber auch schon ganze Nächte wach gelegen und vor Wut geschäumt, weil mich ein dicker alter Mann einfach mal so beleidigt hat im Web. Und selbstverständlich hat er schnell Claqueure gefunden, die den gleichen Ton angeschlagen haben.
Und ja: Ich habe zurück geballert. Unsachlich, unreflektiert.
Das gehört dazu. Du bekommst selbstverständlich eine Woge von Hohn, Spott und Häme zurückgespült. Das kann selbst der dümmste User.

Einmal die Erfahrung gemacht, hast Du was für Deine weitere Karriere gelernt. 

In vielen Fällen lieber einmal durchatmen, einen Kollegen bei der Formulierung um Hilfe bitten und sachlich bleiben.

Oder Ignorieren und strategisch schweigen. Oder besser nicht alles hinterfragen oder lesen.
Ignorance is bliss.
In diesem Sinne. Gib Trollen eine Chance!

Die Republica 2016 rpTEN in Berlin

RpTEN bedeutet 9 Jahre Republica. Und nie war sie so voll wie in diesem Jahr. Mehr als 8000 Besucher schoben sich 3 Tage lang durch die vielen Hallen der Station am Gleisdreieck in Berlin. Bei der Fülle der Sessions war es gar nicht so einfach, das geeignete Panel zu finden. Gefühlt ging es allen anderen ebenso und so stand man viel zu oft vor bereits vorher überfüllten Räumen, die alternative Session war oft ebenso besetzt. Glücklicherweise spielte das Wetter mit und im Innenhof zu netzwerken ist mindestens genauso spannend.

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Trotzdem schade, wenn die Tweets aus den Vorträgen vielversprechend klingen. #rpTen

Das Motto der diesjährigen Veranstaltung war clever durchdacht: Selbstreflektion.
RpTEN – im Spiegel gelesen NET. Spiegel gab es reichlich. Spiegelnde Namens-Badges, Spiegelnde Ballons und ein Spionagespiegel im Cube auf dem Hof. Soviel zur Location, die einfach nur wie gemacht ist für dieses Mega-Event.

Jonny, Tanja und Markus sind die Gesichter der re:publica. Zur Eröffnung standen sie auf der Stage 1 und schienen selbst überwältigt von den vielen, vielen Menschen die dort saßen. 10 Jahre Re:publica – Wahnsinn… 

Von kleinen Gesprächen in der Networking Area, den Lightning Talks, bis hin zu ganz großem Kino auf der Stage 1 war alles dabei. Einer der absoluten Zugpferde ist Gunter Dücks, der in diesem Jahr mit seinem Cargo-Kult mal wieder den Finger in die Wunde und die Management Methoden der meisten Unternehmen Ad absurdum geführt hat. „Wenn Firmen etwas besonderes schlecht können, lassen Sie es auf Tassen drucken. Team Innovation! und so weiter..

Leider sind nicht die, die sich ertappt fühlen sollten anwesend. Die müssen ja regieren und haben für diesen Internet Quatsch keine Zeit.

Snapchat, VR und Hate Speech

Ganz großes Thema 2016: Hate Speech, Community Management, VR an jeder Ecke und vor allem Snapchat. Auf der letzten Republica noch als Teenager Netzwerk von den „alten Hasen“ belächelt, rannten sie in diesem Jahr zu jeder Session, die im Zeichen des Geistes stand. Angestrengt ins Smartphone starrend, drücken und wischen sie auf dem Display herum um dann verzweifelt zu fragen: „wer kann das denn jetzt sehen und wie lange?“ Tja, alles nicht so einfach in der Welt der Teenager. Die im übrigen genau das nicht wollen: Ü 30 bitte bei Facebook und Twitter bleiben.

Jedenfalls war Snapchat das Wort, dass ich am meisten gehört habe. Und meine Freundesliste hat sich mit all den Newbies verdoppelt. Ich habe mit Snapchat Experte Richard Gutjahr drüber geredet. Snapchat ist wie eine Daily Soap meint er, genauso empfinde ich auch. Das Leben der anderen, flüchtig gestreift für 1-10 Sekunden, sichtbar für max. 24 Stunden, vergänglich und verspielt. Hier gibt es eine Anleitung.

Wie geht ein Community Manager mit den Anfeindungen im Social Web um? Belastet ein Shitstorm? Nimmt man das mit nach Hause? Als BVCM Mitglied habe ich über dieses Thema sowohl mit dem NDR gesprochen als auch mit den Leuten von ZDF NEO, die sowohl eine Shitstorm- als auch eine Candystorm  Box aufgestellt haben und die Besucher nach ihren Gefühlen gefragt haben, wenn sie die Boxen verlassen haben. Wer den Berufswunsch Community Manager hat, dem empfehle ich die Shitstorm Box.

VR – die virtuelle Realität und Arbeit 4.0

Einmal über einen Vulkan fliegen, mitten im mittelalterlichen Indien sein oder auf der Super-Welle vor Tahiti surfen. Mit VR ist alles möglich. Da saßen wir also mit den Brillen im Gesicht, abgetaucht in andere Welten. Staunend, erschrocken oder einfach nur völlig selbstvergessen. Wer das noch nie probiert hat, sollte es mal tun.

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Arbeit 4.0, künstliche Intelligenz und der Wandel in der Arbeitswelt waren gut besuchte Themen. Werden Roboter unsere Arbeit übernehmen? Und wenn ja, was können sie? Sind Büros noch zeitgemäß? Wer arbeitet noch 9 to 5? Worauf müssen Unternehmen sich einstellen? Bei Microsoft wird der Chef demokratisch gewählt und heißt Peoplemanager.  Und dabei zählen soft Skills wie Gerechtigkeit und Empathie. Vielleicht bald ein Ende der Amigo-Job-nach-Nase-Vergeber? Ich hoffe ich erlebe es noch.

Nicola Peschke:

Datenjournalismus, Algorithmen, Crowdsourcing, SEO, Social Buzz und viele Tools, mit denen sich Journalisten auseinander setzen sollten

Max  Bönke von der Berliner Morgenpost zeigte wie es geht. Aus vielen Gesprächen mit Journalisten der alten Schule weiß ich aber, dass man dafür „nicht auch noch Zeit hat“. Empörte Reaktionen, Ablehnung und nicht haltbare Argumente fördern das Unwohlsein. Wenn dann noch Instant Artikels von Facebook und AMP von Google ins Verlagsgeschäft eingreifen sinkt die Laune. Vielleicht sind es doch die Androiden, die den Journalismus der Zukunft einfach neu erfinden?

Ich glaube innerhalb der nächste 5 Jahre wird es radikale Änderungen geben und ein eisiger Wind in die Gesichter der Medienwandel-Verweigerer blasen. Wenn dann der bisherige Unterstützer einfach abgewählt wurde, sollte man seine Anti-Haltung noch einmal überdenken.

Contet-Marketing, Schleichwerbung, Fotorechte, Urheberrechte, Ethik vs. Reichweite  – was man alles wissen sollte. Hier rauchen Köpfe und prallen Meinungen aufeinander. Eine interessante Session: Die Macht der Bilder. Julian Reichelt zeigt teilweise erschütternde Fotos und es wird darüber diskutiert, wo die Grenze ist. Wie abgestumpft sind wir? Auch das macht nachdenklich

Input,Input, Input, dazwischen gute Gespräche, Whiskytasting und Freubier, Abendveranstaltungen mit Freunden, Sonne und verrückte Fotos.
Einfach mal abschalten, trotzdem weiter diskutieren, snapchatten, twittern und Fachgespräche führen. Wenn du digital bist, verschwimmen Freizeit und Job und keiner findet das schlimm. Beim Klassentreffen fühlen wir uns zuhause.

The Age of Trotzdem

Sascha Lobo redet zur Lage der Nation und hält einer flammende Rede, die er das „Age of Trotzdem“ nennt. Er fordert uns alle auf endlich zu handeln und den Optimismus zu behalten und zwar Trotzdem. Trotz dem!

Edward Snowden auf der Stage 5: Overcapacity – das las man ja leider öfter. Natürlich war er nicht live dort, aber live zugeschaltet aus Moskau, ich hatte leider keine Chance.

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Ruckzuck sind drei spannende Tage vorbei und wir sitzen wieder in der Stage 1 und staunen über diese Zahlen: 17 Bühnen, 400 Stunden Programm, 500 Sessions, 1000 Einreichungen davon 350 Programm. Ältester Speaker 73, jüngste Speakerin 11, 20.000 Leute im Live-Stream und jede Menge Social Buzz.

Jonny, Tanja und Markus halten ein begeistertes Abschluss Plädoyer für die RpTEN und haben bereits für Oktober 2016 eine rpDUB geplant. Die Klasse reist nach Irland und versucht das Format in Dublin zu etablieren. Ich wünsche viel Glück. Nach dem obligatorischen Abschlusssong Bohemien Rhapsodie ist man sich einig: im nächsten Mai sind wir hoffentlich alle wieder da.
Zum Abschluss der Veranstaltung wurde noch ordentlich getanzt und gelacht. Trotzdem!

Facebook führt die App „Mentions“ ein

Facebook Mentions ist eine App, die die Verbindung zwischen Fan und einer Person öffentlichen Lebens herstellt. Voraussetzung dafür ist eine verifizierte Fanpage bei Facebook. Die App kann bisher nur über ein iPhone geladen werden. 

Zielgruppe sind also  nur „echte“ Promis, die Auserwählten, die eine verifizierte Fanpage haben, wie z.B. Serena Williams.

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Mentions nur für VIPs

Die App heißt Mentions, weil sie den Promis sämtliche Erwähnungen anzeigt. Außerdem wird angezeigt, wo gerade heftig über welche Themen diskutiert wird. So hat der ViP die Chance, Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, indem er mit diskutiert. Till Schweiger besitzt einen verifizierten Account, für ihn wäre „Mentions“ doch eine gute Entscheidung!!!

Als Marketing-Instrument ist Mentions  sicher gut geeignet, denn die Fans dürfen in Echtzeit verfolgen, was ihr Star gerade macht. Damit ist Facebook dort angekommen, wo Periscope oder Meerkat bereits sind. Das Video kann allerdings auch noch später eingesehen werden.

Und so funktioniert es:
Das Starten einer Live-Übertragung über Facebook Mentions ist ganz einfach:

  1. Tippe auf „Beitrag“ und anschließend auf „Live-Video“.
  2. Füge deiner Übertragung eine Beschreibung hinzu und tippe auf „Live-Übertragung starten“, wenn du fertig bist.
  3. Während deiner Übertragung siehst du, wie viele Personen dir zuschauen, und du kannst live Kommentare beantworten oder diese verbergen. Außerdem kannst du zwischen der Front- und Rückkamera an deinem Telefon wechseln.
  4. Beende deine Übertragung, wenn du fertig bist, indem du auf die „Beenden“-Schaltfläche tippst.
  5. Dein Video wird automatisch auf deiner Facebook-Seite gespeichert, sodass es Fans zu einem späteren Zeitpunkt aufrufen können. Du kannst es, genauso wie jeden anderen Beitrag, jederzeit entfernen.

Live-Videos sind im Trend. Twitter hat bereits Periscope übernommen und auch Facebook möchte, dass Nutzer die Videos direkt hochladen und Links zu YouTube oder anderen Videoplattformen zu meiden. Also eine Konkurrenz zu Google.
Es bleibt spannend in der Social Media Welt.

Mehr dazu im Facebook Newsroom.

Bei Twitter kann man jetzt Direktnachrichten von allen empfangen

Bisher war es bei Twitter immer nur möglich mit jemanden Direktnachrichten auszutauschen, wenn man sich gegenseitig folgt. Das für den Austausch nicht optimal, besonders, wenn der Service-Charakter im Vordergrund steht. Das hat Twitter jetzt geändert.

Ich habe die Einstellung bereits geändert. Unter dem Menüpunkt „Sicherheit und Datenschutz“ gibt es am Ende der Seite diese Option: „Receive Direct Messages from anyone“ 

Jetzt kann ich in Zukunft von jedem beliebigen Nutzern Nachrichten erhalten, egal in welcher Beziehung ist zu dem stehe. Mal sehen, ob das gut oder schlecht ist.

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Facebook Unternehmensseiten im neuen Design

Jetzt hat uns das neue Design der Unternehmensseiten bei Facebook auch erreicht. Was sofort auffällt: Die Icon Tabs sind nicht mehr im oberen sichtbaren Bereich. Ich musste wirklich darüber nachdenken, wie oft ich ihnen Aufmerksamkeit widme und stelle fest, dass ich sie kaum nutze. Und da sie ja mobil ohnehin nicht angezeigt wurden, ist der Verlust zu verschmerzen.

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Die neue Seite ist für mich als Administrator jedoch benutzerfreundlicher, denn ich kann z.B. direkt auf die Insights zugreifen, denn sie Informationen über die Seite finde ich direkt oben im sichtbaren Bereich. Hier finde ich nicht nur einige Statistiken, sondern auch die Seiten, die ich beobachte. Mir gefällt es, dass ich die relevanten Daten auf einem Blick habe.

Mobile first

Einzelne Beiträge können nach wie vor an der Spitze platziert werden, so dass sie in der Chronik immer an erster Stelle bleiben. Facebook setzt eindeutig auf die mobile Darstellung. Daher machen auch die Tab-Apps wenig Sinn. Die Verwendung bei Gewinnspielen und Aktionen sind ja lediglich bei der Desktop Variante von Bedeutung.

Erster Eindruck: Gefällt mir!

Die hässliche Seite von Social Media – Der Fehltweet von Justine Sacco

Justine Sacco und Ihr Tweet: Das Aufreger Thema im Social Web in diesen Tagen. Zum Hintergrund: Die New Yorker PR Managerin twitterte vor ihrem Abflug nach Südafrika: „Fliege nach Afrika. Hoffentlich bekomme ich kein Aids. Mache nur Spaß. Bin weiß“. Noch während sie im Flieger sass, verbreitete sich der Tweet um die ganze Welt.

Zugegebenermaßen ist so eine Aussage nicht witzig und auch völlig daneben. Als PR-Frau sollte sie doch wissen, wie man sich öffentlich benimmt. Dieser Tweet hat ihr nicht nur den Job gekostet, sondern auch den Hass Tausender Menschen eingebracht. Es wurden ihr sogar Morddrohungen angetragen. Da nutzt auch die öffentliche Entschuldigung nichts.

Bildschirmfoto 2013-12-24 um 13.17.09Empört Euch 

Soweit so gut. Kann man drüber streiten, ob das in Ordnung ist oder nicht. Sie wird sich schlecht genug fühlen, hat sich für ihre Dummheit entschuldigt, das wird ihr kaum was nutzen. Job ist weg und um die Reputation ist es auch erst mal geschehen.

Die Medien haben das aufgegriffen und auch bei Facebook wurde das für und wider diskutiert. Dabei habe ich etwas von der hässlichen Seite von Social  Media gelesen und fand das sehr treffend.

Ich stelle eine zunehmende Empörung und Massenmeinung im Netz fest. Ohne darüber nachzudenken, wird gewittert, kommentiert. Gift und Galle wird versprüht, ohne über die eigenen Worte nachzudenken.
Es hat sich, imho, eine Kultur gebildet, in der man ungefiltert und ungehobelt den Menschen in seinem Netzwerk die eigene Meinung vor den Kopf zu knallen, ohne dem anderen die Möglichkeit zu geben, sich zu wehren. So entstehen ätzende Diskussionen und Beschimpfungen, die von beteiligten oder unbeteiligten Mitstreitern unterstützt werden. Das ist fieses und reinstes Mobbing.

Ich glaube, dass sich die Schnellverfasser überhaupt nicht darüber im Klaren sind, wie ihre Worte wirken, zumal sie bewusst und mit voller Absicht ihren Zorn ergießen.

Beleidigungen in 140 Zeichen

Wer sich noch an die Mohammed Karikatur Empörung im Jahre 2005 erinnert, weiss, wie schnell sich Hass verbreitet, teilweise ohne Kenntnis der Sache.
2005 waren Facebook und Twitter noch kein Thema, wie wäre das heutzutage?
Der Wunsch nach Empörung, Beleidigung und Aufschrei scheint für die Menschen tief verwurzelt zu sein. Dabei ist die eigene Meinung gar nicht so wichtig, sondern die, der Masse.
In Sippenhaft-Manier werden Menschen, Angehörige und die, die anderer (oder eigener) Meinung sind, gedisst und verurteilt.

Mir macht das nicht nur Angst, es ist einfach respektlos und zeigt, wie egoistisch doch die Zeitgenossen geworden sind.
Ich wünsche mir mehr RESPEKT

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Social Graph oder Graph Search – so funktioniert es.

Seit ein paar Tagen hat sich mein Facebook-Profil verändert – und zwar nicht nur optisch, sondern auch in der Anwendung. Der Social Graph hat Einzug gehalten. Das ist eine neue Suchfunktion innerhalb von Facebook.Bild

Aber was kann ich jetzt damit anfangen?

Ich kann beispielsweise schauen, welche meiner Freunde die gleichen Filme mögen wie ich. Oder ich kann fragen, welches Restaurant meine Freunde in einer bestimmten Stadt bevorzugen und wie sie es bewertet haben.

Momentan ist die Suchmaschine nur in für diejengien nutzbar, die US Englisch als Sprache eingestellt haben, aber Facebook rollt die Funktion nach und nach auch in Deutschland aus. Wer nicht darauf warten will, kann auch einfach die Funktion hier aktivieren. Nach der Anmeldung kann die Suche beginenn.

Was kann gefunden werden?

Jeder Nutzer kann alles sehen, sofern es öffentlich ist. Wer seine Privateinstellungen sorgfältig gepflegt hat, muss nicht befürchten, dass die Inhalte, die nur für Freunde bestimmt sind, für jeden einsehbar sind. Also im Prinzip wie vorher auch, nur dass jetzt leichter gesucht werden kann. Die Suchergebnisse werden teilweise auch ind der Microsoft-Suchmaschine Bing angezeigt.

Kritisch ist es nur, wenn unbedacht gepostet und die Privatsphäreneinstellung vernachlässigt wird. Man kann ja Fragen stellen, die Suchergebnisse hervorbringen, die durchaus unerwünscht sind. Beispiel: Verheirate Menschen, die gern Seitensprünge haben. Hier gibt es ein Blog dazu, welche Suchanfragen gestellt werden.

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Wichtig ist also immer vorab zu überlegen was für wen auffindbar sein soll. Ältere Beiträge oder Fotos können auch naträglich so eingestellt werden, dass sie nicht oder nur für einen bestimmten Personenkreis auffindbar sind.

Um zu überprüfen, was andere Nutzer sehen können, einfach auf „Was sehen andere Personen in meiner Chronik?“ (Englisch: „What do other people see on my timeline?“) klicken und schon hat man eine Überprüfung.

Fazit: Immer schön auf die Privatsphäreneinstellung achten!

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Facebook – Viel Verwirrung um nichts

Für alles gibt es Regeln, so auch für Facebook. Es gibt die Promotion Guidelines, die genau festlegen, was Du bei Facebook darfst oder nicht. 
Es gibt die 20 % Regel, die Dein Layout bestimmt und es gibt das Klarnamenprinzip, dass Dir untersagt, mit Phantasienamen zu agieren. 

Alles gar nicht so einfach für Neulinge. Wer einfach nur ein Personenprofil anlegen möchte, dem wird es erst einmal recht leicht gemacht. Aber dann geht es schon los. Wie stelle ich Benachrichtigungen ein? Wie kann ich meine Privatsphäre sichern? Wer sieht was? Viele Fragen und viele Antworten sind im Netz zu finden.

Oft sieht man Unternehmen oder Geschäfte, die sich als Person angemeldet haben und somit erst einmal schon gegen das Klarnamenprinzip verstoßen. Es ist allerdings auch eher kontraproduktiv keine Unternehmensseite anzulegen. Denn ein einfacher „Like“ ist schneller gemacht als eine Freundesanfrage, die aktiv beantwortet beantwortet werden muss.
– Es gibt keine Statistiken
– Die Kommunikation innerhalb der Kommentare entfällt
– Verstoß gegen Klarnamenprinzip
– Keine Infos abrufbar
– Künftig können Accounts verifiziert werden
– Facebook Werbung ist nicht möglich

 

Promotion Guidelines

Werde Fan und gewinne ein iPad – sieht man häufig bei Facebook, ist aber nicht erlaubt. Ein Gewinnspiel darf zwar auf der Pinnwand angekündigt werden, es darf jedoch nicht dort stattfinden, nur via App.  Annette Schwindt hat das wunderbar erklärt.

20 % Regel

20 % Text, der Rest Bild – mehr darf auf dem Titelbild der Facebook-Seite nicht zu stehen. Ist der Text aber ein Produktext, sieht es schon wieder anders.
Mit diesem Tool lässt sich die 20 % Regel am Coverfoto überprüfen. Mehr Infos dazu gibt es auch hier, bei Allfacebook.

Facebook App und AOL Browser

Jetzt ist es raus: Es wird kein Facebook-Handy geben, sondern die App wird für die gestaltet, die in Facebook „wohnen“, so heißt sie auch: Facebook-Home. Im ersten Schritt ist die App nur für Android Geräte verfügbar, weil Apple so viel Eingriff in die heilige IOS-Technik nicht zulässt.  Was die App alles kann und will, hat Mark Zuckerberg gestern in Palo Alto vorgestellt.

Coverfeed: Bedeutet, dass man auch im Ruhezustand Fotos und Statusupdates von Freunden anschauen kann, wenn einem langweilig ist. Man muss also die App gar nicht erst starten und kann durch Doppelklick sofort liken oder kommentieren.

Chatheads: Ist wie eine Chatfunktion, die Anzahl der Nachrichten wird angezeigt, zusammen mit dem Foto des Users. Auch hier kann direkt in den Chat gegangen werden.

Notifications: Der Nutzer erhält eine Benachrichtigung über besonders wichtige Statusmeldungen angeteasert. Der vollständige Post kann durch Antippen gelesen werden.

Google Playstore: 1 Milliarden Facebook-Nutzer können nicht erreicht werden, darum wäre ein eigenes Betriebssystem oder Smartphone eher unsinnig. Die App wird  ab dem 12. April im Google Playstore zum Download zur Verfügung stehen. Apple Nutzer müssen sich noch gedulden. Android Nutzer haben die Wahl, ob sie die App dauerhaft installieren oder nur einmalig.
Facebook Phone: Wird es erst einmal nicht geben, aber was nicht ist, kann ja noch kommen. Die Zusammenarbeit mit HTC ist ja kein Geheimnis. HTC präsentierte auf der Pressekonferenz sogar ein eigenes Modell, das HTC First, das speziell auf Facebook Home ausgelegt ist und zum Kampfpreis von 99,99 US-Dollar in den Handel kommen soll.

Mobile Marketing: Anfangs wird die App werbefrei sein, aber auch das wird nicht dauerhaft so bleiben. Sponsored Ads werden sicher bald dezent auftauchen. Auch local based Targeting wird sicher eine Rolle spielen.

AOL Software hat mich verfolgt

Alles schön und gut, man darf gespannt sein, wie sich die App entwickelt, eines ist klar, sie wird die Facebook Nutzer noch stärker ans Portal binden. Wenn der Teil der Marketingstrategie aufgeht, werden sicher weitere Schritte folgen, wie die Apple App oder ein Facbook Handy oder sogar Browser.

Das erinnert mich an die Zeiten, als es außer AOL kaum andere Provider gab. Die Disketten und später CD´s von AOL waren überall präsent und die Installation total easy. Man gab eine Nummern-Zahlenkombination ein und hatte sogar noch 20 Freistunden, selbstverständlich nicht, ohne vorher seine Konto-Daten einzugeben. Der Vorteil war zugleich der Nachteil: Der Browser war unkaputtbar in der Registry gefangen und das Entfernden der AOL Software nur mit der berühmten Befehl: Format C möglich.

Irgendwie kam mir dieses grauenhafte AOL Erlebnis sofort in den Sinn, als ich von der Facebook-App hörte. Ich hoffe, der Vergleich hinkt und die APP frisst sich nicht durchs Betriebssystem.

Das ist ja ein iPhone besitze, warte ich erst einmal in aller Ruhe ab, was die Android Nutzer berichten werden, denn das werden sie reichlich tun.

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Aufdringliche APP

Reputation im Netz wird immer wichtiger

Jeder Onliner der in sozialen Netzwerken vertreten ist, wird sich zwangsläufig mit der eigenen Reputation auseinandersetzen. Es geht dabei um mehr als regelmäßig seinen Namen zu googeln um zufrieden festzustellen, dass nirgends Kritik geübt wird. Vielmehr müssen wir uns mit immer neuen Faktoren auseinandersetzen, die uns einen Platz im „Social Heaven“ einräumen.

Authorrank, Circle und Kloutscore 

Wie hoch ist Dein Kloutscore, in wie vielen Circlen steckst Du, wie vernetzt bist Du bei Linkedin, Xing oder Facebook? Sind Deine Twitter-Follower wertvoll? Wie aktiv bist Du bei Pinterest? Amen? Diaspora? FlickR? TumblR? Wie misst Du Deine persönlichen KPIs?

Was bringt mir das?

Genau das ist doch die zentrale Frage. Ist es wirklich wichtig, als Privatperson in allen Netzwerken aufzutauchen, oder dient die Besetzung der Profile lediglich der Eitelkeit? Ein Social Media Manager ist zwangsläufig sehr viel mehr vernetzt die meisten anderen Mitarbeiter. Und das ist gut so, denn wir tun das ja in erster Linie für unser Unternehmen. Trotzdem sind wir weder Roboter noch Erfüllungsgehilfen, die ein wenig „facebooken“.

Social Media Manager – was macht der eigentlich?

Wir stoßen Prozesse an, wir transportieren unsere Unternehmen in die Online-Welt, wir geben ein Gesicht – und das ist ganz oft unser eigenes.

Uns ist klar, dass es von Unternehmensseite sehr viel Vertrauen bedarf, denn lange Abstimmungsprozesse sind im Social Media Bereich kontraproduktiv. Schnelle Reaktion und bereichsübergreifende Kommunikation prägen das Berufsbild.  Hat sich ein Unternehmen erst einmal für die Besetzung einer solchen Stelle entschieden, ist das ein Schritt in die richtige Richtung. Aber wie geht es weiter? Hier liegt oft das Problem. Wir ticken eben anders. Wir propagieren Transparenz, wir tauschen unser Wissen aus, wir führen zusammen und fordern zum  Mitmachen auf.

Welcher Social Media Mensch kennt nicht die Widerstände, die das nach sich zieht? Die ersten, die sich angegriffen fühlen sind of die Bereiche Marketing und/oder Unternehmenskommunikation. Denn sie glauben immer noch, das wäre ihr Job, wollen aber weder etwas mit Communities nichts zu tun haben, noch deren Kritik hören.

Denn die kritische Masse „da draussen“ glaubt den oft geschönten Worten nicht und tut dies öffentlich kund. Der Community Manager darf sich damit auseinandersetzen, der Social Media Manager legt den Finger in die Wunde, macht auf Missstände aufmerksam und zeigt auch gerne einmal auf, wo Abhilfe geschaffen werden kann. Wer ein Unternehmen gefunden hat, das offen dafür ist, der hat Glück.

Wir haben das immer so gemacht..

„Sorgen Sie dafür, dass wir gut da stehen, aber belästigen Sie uns nicht mit Umdenkungsprozessen“ – das ist eine kühne Behauptung trifft es aber in den meisten Fällen.

Warum sollte auf einmal alles anders sein? Weil die Welt sich verändert. Die Kunst ist es, diese Veränderung im Unternehmen zu installieren. Aufzuzeigen, dass es sich lohnt sein Wissen zu teilen den Kollegen zu vermitteln, wie das Social Web funktioniert, sie zu überzeugen das sie dadurch nur gewinnen können. Dazu bedarf es einer großen Unterstützung der Geschäftsführung und aller Abteilungsleiter!

Mach Dich zur Marke

Ich arbeite in einem Verlag mit vielen Redakteuren, die seit einigen Jahren zusätzlich fürs Web schreiben müssen. Und gerade die schreibenden Kollegen haben hier eine Riesenchance sich einen Namen im Web zu sichern. Such Dir Deine Nische, mach Dich zur Marke und Du wirst belohnt. Wer das verstanden hat, ist auf dem richtigen Weg.  Und wer Unterstützung braucht, fragt doch einfach seinen Social Media Manager – der hilft gern.

Mehr dazu wurde zum BarCamp6 geschrieben.